Mittwoch, 18. September 2019

Gewinneinbruch Goldman Sachs verdient zwei Drittel weniger

Weiterhin die Nummer eins: Die Erträge im Investmentbanking schrumpften 2011 branchenweit

Die Kapitalmarktturbulenzen haben die US-Investmentbank Goldman Sachs im vergangenen Jahr stark belastet. Um den Einbruch abzufedern, sparte das Institut stark am Personal. Trotzdem hält Goldman seine Führungsrolle im Investmentgeschäft.

New York - Trotz deutlich reduzierter Gehälter und Boni für die Investmentbanker fiel der Gewinn im Schlussquartal um 67 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar, teilte die Bank am Mittwoch in New York mit. Experten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Das Ergebnis je Aktie belaufe sich auf 1,84 Dollar nach 3,79 Dollar im Vorjahr, teilte der Branchenprimus am Mittwoch mit. Analysten hatten lediglich 1,24 Dollar je Anteilsschein erwartet.

Zudem kehrte der Konkurrent der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen zum Jahresende wieder in Gewinnzone zurück. Im dritten Quartal hatte das Institut zum zweiten Mal überhaupt in seiner Geschichte rote Zahlen geschrieben. "Dieses Jahr war von globalen makroökonomischen Sorgen dominiert, die die Risikotoleranz unserer Kunden und ihren Willen zu Transaktionen beeinträchtigten", sagte Goldman-Chef Lloyd Blankfein. "Während unsere Ergebnisse sich verschlechterten, bin ich froh, dass die Firma ihre Branchenführerschaft erhielt."

Die Einnahmen im Schlussquartal bezifferte das Geldhaus mit 6,05 Milliarden Dollar. Experten hatten im Vorfeld im Durchschnitt mit 6,54 Milliarden Dollar kalkuliert. Im Investmentbanking fielen die Nettoeinnahmen binnen Jahresfrist um 43 Prozent auf 857 Millionen Dollar.

Im Gesamtjahr nahm die Bank 28,8 Milliarden Dollar ein, 26 Prozent weniger als 2010, und verdiente unterm Strich 4,44 Milliarden Dollar, ein Minus von 47 Prozent. Die Bank erklärte, weiterhin weltweit am meisten an Fusionen und Übernahmen, Aktienemissionen und Börsengängen verdient zu haben. Die Kernkapitalquote gab sie mit 12,1 Prozent an. Die Personalausgaben sanken um 21 Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar, während die Zahl der Beschäftigten um 7 Prozent abnahm. Am Markt wurden die Zahlen in einer ersten Reaktion zunächst positiv aufgenommen. Vorbörslich stieg die Goldman-Aktie Börsen-Chart zeigen um 2 Prozent und auch die Futures auf die US-Indizes konnten zulegen.

ak/rtr/dpa-afx

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