Verkauf der Vermögensverwaltung Deutsche Bank hofft auf Milliardenerlös

Die Deutsche Bank will sich offenbar von einem großen Teil ihrer Vermögensverwaltung trennen. Einem Bericht zufolge stoßen die Pläne auf großes Interesse: Dutzende Bieter haben Informationen angefordert, die Bank will mit dem Verkauf zwei Milliarden Euro erlösen.
Die Deutsche Bank will große Teile ihres Asset Managements verkaufen - Dutzende Bieter zeigen Interesse

Die Deutsche Bank will große Teile ihres Asset Managements verkaufen - Dutzende Bieter zeigen Interesse

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Die im November vom deutschen Branchenprimus auf den Prüfstand gestellten Bereiche stoßen Finanzkreisen zufolge auf ein beträchtliches Interesse. Die Deutsche Bank  habe jetzt einen offiziellen Verkaufsprozess gestartet und Informationsmaterialien an Dutzende potenzielle Bieter verschickt, sagten mehrere mit dem Verfahren vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Der "Financial Times" zufolge haben mehr als 50 potenzielle Bieter Informationen über die Sparten angefordert. Darunter seien die US-Bank Wells Fargo und die Royal Bank of Canada. Die Deutsche Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Bis Januar/Februar würden unverbindliche Angebote erwartet. "Von Seiten der Deutschen Bank erwartet man für alle zum Verkauf stehenden Bereiche zwei bis drei Milliarden Euro", sagte ein Insider. Das Institut selbst lehnte eine Stellungnahme ab.

Das Institut hatte Ende November angekündigt, große Teile der Vermögensverwaltung auf den Prüfstand zu stellen. Die Überprüfung erstrecke sich auf den gesamten Bereich Asset Management, also die Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger und das Fondsgeschäft weltweit - mit Ausnahme des Geschäfts der Fondstochter DWS in Deutschland, Europa und Asien. Mit dem Erlös aus einem möglichen Verkauf könnte die Deutsche Bank ihre Kapitalbasis stärken.

Die europäische Bankenaufsicht Eba hatte bei der Bank im jüngsten Stresstest eine Kapitallücke von 3,2 Milliarden Euro ausgemacht. Nach aktuellen Vorgaben müssen die europäischen Geldhäuser bis Mitte 2012 das Geld auftreiben. Das Institut selbst beteuerte zuletzt immer wieder, die Lücke bis Ende dieses Jahres geschlossen zu haben.

wed/dpa/rtr

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