BayernLB-Prozess Gribkowsky versorgte sich mit Kinderkrebsstiftung selbst

Der Ex-Vorstand der BayernLB, Gerhard Gribkowsky, hat sich nach Angaben eines Zeugen mit seiner Kinderkrebsstiftung vor allem selbst versorgt. Die Stiftung "Sonnenschein" diente laut Staatsanwalt dazu, 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld zu verstecken: An krebskranke Kinder seien ganze 1400 Euro geflossen.
Ein ganz besonderer Stifter: Seine Stiftung "Sonnenschein" nutzte Gerhard Gribkowsky nach Überzeugung der Staatsanwälte vor allem als Geldversteck

Ein ganz besonderer Stifter: Seine Stiftung "Sonnenschein" nutzte Gerhard Gribkowsky nach Überzeugung der Staatsanwälte vor allem als Geldversteck

Foto: DPA

München - Ein gemeinnütziges Wesen der von Gribkowsky gegründeten Stiftung "Sonnenschein" sei nach deren Gründung im Jahr 2007 nicht erkennbar gewesen, sagte ein früheres Vorstandsmitglied der Stiftung am Mittwoch vor dem Landgericht München. "Der Hauptstiftungszweck war die Versorgung des Stifters."

Er habe sich darüber geärgert und sei nicht bereit gewesen, sich länger ehrenamtlich für die Stiftung zu engagieren, fügte der Zeuge hinzu. Im März 2009 trat er von seinem Posten zurück. "Mir ist das persönlich sehr übel genommen worden, dass ich da abgesprungen bin."

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat der ehemalige BayernLB-Vorstand Gribkowsky die österreichische Stiftung nur gegründet, um mit ihr 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld zu verstecken, die er von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone erhalten hat.

Offizieller Geschäftszweck der Sonnenschein-Stiftung war die Unterstützung von Familien mit krebskranken Kindern. Tatsächlich hat sie laut Anklage aber nur einmal eine Zahlung in Höhe von 1400 Euro an eine Familie geleistet. Gribkowsky muss sich seit Ende Oktober wegen Bestechlichkeit und Untreue vor Gericht verantworten, schweigt aber zu den Vorwürfen.

la/dpa-afx
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