Milliardenverlust bei Unicredit HypoVereinsbank streicht 1000 Stellen

Der Milliardenverlust und die daraus folgenden Einsparungen beim italienischen Mutterkonzern Unicredit machen sich auch bei der HypoVereinsbank bemerkbar. Die Münchener müssen nach einem Minus im dritten Quartal nun ebenfalls den Rotstift ansetzen.
Filiale der HypoVereinsbank: Der Aktienhandel und der Research-Bereich sollen ganz geschlossen werden

Filiale der HypoVereinsbank: Der Aktienhandel und der Research-Bereich sollen ganz geschlossen werden

Foto: Frank Leonhardt/ dpa

München - Über 600 Arbeitsplätze würden in zentralen Stabsstellen wegfallen, weitere 370 im Investmentbanking, teilte HypoVereinsbank-Vorstandschef Theodor Weimer mit. Die rund 1000 Vollzeitkräfte müssten bis 2015 abgebaut werden.

Die Maßnahmen sind Teil radikaler Einsparungen bei der HVB-Mutter Unicredit  aus Italien, die bereits am Vortag die Streichung Tausender Stellen angekündigt hatte. Im Investmentbanking will die Münchener Großbank 220 Stellen im Inland und 150 im Ausland streichen. Geschlossen würden unter anderem der Aktienhandel und der Research-Bereich. Letzterer solle künftig durch eine Kooperation mit der Investmentbank Kepler abgedeckt werden, ergänzte Weimer.

Zuvor hatte die HypoVereinsbank ihre Bilanz für das dritte Quartal vorgestellt. Zwischen Juli und September häufte die Bank nach Steuern und Abschreibungen ein Minus von 94 Millionen Euro an.

Der Einbruch sei auf ein schlechtes Handelsergebnis zurückzuführen, sagte eine Sprecherin. Das Handelsergebnis beinhaltet beispielsweise Erträge aus Wertpapieren, Finanzinstrumenten, Devisen und Edelmetallen und sonstigen Finanzgeschäften.

HVB hat Kernkapitalquote von 16,9 Prozent

Der Nettogewinn für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres schrumpfte deshalb auf gut 1,2 Milliarden Euro. Nach dem ersten Halbjahr hatte sich das Plus noch auf 1,3 Milliarden Euro summiert. Auch für die nächsten Monate erwartet Vorstandschef Theodor Weimer ein "ausgesprochen herausforderndes Umfeld".

Die italienische Mutter Unicredit kündigte am Montag als erste Großbank Europas eine umfangreiche Kapitalerhöhung an, um sich für Risiken bei einer marktgerechten Bewertung der von ihr gehaltenen Staatsanleihen zu wappnen. In den Büchern des Instituts sind italienische Staatsanleihen im Wert von allein 38 Milliarden Euro verbucht.

Die HVB sieht sich dagegen weiterhin gut ausgestattet. Gemäß den geltenden Vorschriften betrug ihre unter anderem aus Stammkapital, Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen und eigenen Aktien bestehende Kernkapitalquote Ende September 16,9 Prozent.

Die Bank habe in den ersten neun Monaten zudem von einer gesunkenen Notwendigkeit zur Vorsorge von Kreditrisiken profitiert. Zum Ende des dritten Quartals betrug der Vorsorgebedarf demnach 78 Millionen Euro. 2010 waren es noch 664 Millionen Euro.

mg/rtr/dpa-afx
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