Gewinneinbruch Kernbank der Hypo Real Estate schwächelt

Die verstaatlichte Bank Hypo Real Estate kommt schlecht voran - auch ohne die in eine Bad Bank ausgelagerten Altlasten. Der Gewinn der Kernbank PBB ist im dritten Quartal um fast zwei Drittel geschmolzen. Dieser Teil des Instituts soll bald privatisiert werden.
Der Kern schmilzt: HRE-Verwaltung in Unterschleißheim bei München

Der Kern schmilzt: HRE-Verwaltung in Unterschleißheim bei München

Foto: Andreas Gebert/ dpa

München - Die Hypo Real Estate (HRE) muss zwar anders als viele Banken keine hohen Abschreibungen auf Staatsanleihen verkraften, spürt aber trotzdem das schwierige Marktumfeld. Die Kernbank des verstaatlichten Instituts, die Deutsche Pfandbriefbank PBB, wies am Dienstag für das dritte Quartal 2011 einen Gewinneinbruch aus. Vor Steuern seien nur noch 43 Millionen Euro verdient worden, 64 Prozent weniger als im Vorjahr. Hauptgrund dafür waren die fast halbierten operativen Einnahmen von 129 Millionen Euro und hier vor allem im Zinsgeschäft. Auch das Handelsergebnis brach massiv ein.

Die PBB - der profitable Kern soll in den nächsten Jahren an Investoren veräußert werden - schloss das fünfte Quartal in Folge mit einem Gewinn ab. Trotz der Schuldenkrise in vielen Euro-Ländern machte das Unternehmen ein Neugeschäft von 1,6 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr sollen es weiterhin rund acht Milliarden Euro sein.

Der einstige Dax-Konzern, der in der Finanzkrise nur dank Staatshilfen von rund 150 Milliarden Euro überleben konnte, ist auch als Ganzes wieder profitabel. So summierte sich der Vorsteuergewinn der HRE von Juli bis September auf 36 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 408 Millionen zu Buche stand. Es ist allerdings auch hier das schlechteste Quartal des Jahres gewesen. Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen, die zuletzt viele Banken und Versicherer in Mitleidenschaft gezogen hatten, spielen bei der HRE keine Rolle. Denn die gefährlichsten Wertpapiere und Kredite sind allesamt in die Bad Bank FMS ausgelagert, für die der Steuerzahler geradesteht.

Die FMS bekommt weitere 167 Millionen Euro von ihrer früheren Muttergesellschaft. Es ist die zweite Rate von insgesamt 1,59 Milliarden Euro, die die HRE an die FMS auf Basis der Auflagen des Bankenrettungsfonds Soffin und der EU-Kommission zahlen muss. Die erste Tranche von 800 Millionen Euro war im September geleistet worden. Das Geld kommt nach Angaben der HRE vom Montagabend aus der ehemaligen irischen Staatsfinanzierungstochter Depfa, die im Herbst 2008 mit akuten Liquiditätsengpässen die Krise der Bank ausgelöst hatte.

Mit dem finanziellen Ausgleich für die Auslagerung toxischer Wertpapiere im Volumen von 175 Milliarden Euro in die FMS soll eine Wettbewerbsverzerrung zugunsten der HRE verhindert oder zumindest abgemildert werden. Die übrigen 623 Millionen Euro sind dann fällig, wenn die Depfa dadurch nicht in Schieflage gerät. Sie gefährden aber nicht das Ziel der HRE, in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Der Betrag wird direkt vom Eigenkapital abgezogen.

ak/rtr
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