EU-Gipfelbeschluss Banken müssen Kapital aufstocken

Führende Banken in Europa müssen sich in der Schuldenkrise besser gegen Risiken wappnen und ihr Kapital aufstocken. Sie müssen dann Kernkapital von 9 Prozent vorhalten, um den Ausfall von Anleihen aus Euro-Problemländern abfedern zu können. Falls die Banken sich das Kapital nicht selbst besorgen können, sollen sie staatliche Hilfe erhalten.
Frankfurter Bankenviertel: Für die Banken in Deutschland dürfte die Erhöhung des Kernkapitals auf 9 Prozent zu stemmen sein

Frankfurter Bankenviertel: Für die Banken in Deutschland dürfte die Erhöhung des Kernkapitals auf 9 Prozent zu stemmen sein

Foto: dapd

Brüssel - Das bestätigte Polens Premier Donald Tusk, der amtierende EU-Ratspräsident, am Mittwoch nach der erste Runde der Krisengipfel in Brüssel. Dafür haben sie Zeit bis zum 30. Juni 2012.

Die Europäische Bankenaufsicht EBA schätzt den Kapitalbedarf der Banken auf rund 100 Milliarden Euro, in dem Beschluss wird keine Zahl genannt.

Der polnische Finanzminister Jacek Rostowski sagte: "Betroffen sind die Banken, die sich an den europäischen Stresstests beteiligt haben. Sie müssen jetzt beginnen, Kapitalpuffer einzurichten." Die Re-Kapitalisierung könnte sich zumeist aus privaten Quellen speisen.

An dem Stresstest im Frühjahr hatten 91 Banken teilgenommen. Die Ergebnisse wurden im Juli öffentlich.

Die EU will, dass die Großbanken "im Hinblick auf die Auszahlung von Dividenden und Boni Beschränkungen unterliegen, bis dieses Ziel erreicht worden ist".

Die Institute sollen Risiken in ihren Büchern abbauen und mehr Gewinne zurücklegen. "Es gibt große Übereinstimmung, dass eine höhere Quote beim harten Kernkapital von neun Prozent nötig ist (...), um einen Puffer zu bilden", heißt es in der vorbereiteten Gipfelerklärung zu diesem Punkt. Schuldtitel sollen nach dem Marktwert vom 30. September bewertet werden.

Falls die Banken sich das Kapital nicht selbst besorgen können, erhalten sie staatliche Hilfe erhalten. Erst wenn ein Land das nicht leisten kann, bleibt als dritte Lösung der Euro-Rettungsschirm.

Das harte Kernkapital umfasst eigene Aktien und einbehaltene Gewinne. Es ist in Turbulenzen besonders wichtig, da es dem Institut helfen soll, sich in einer Krise selbst zu stabilisieren.

la/dpa-afx/reuters
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