JP Morgan Euro-Krise belastet, Bilanzkniff entlastet

Das hat Experten überrascht: Die US-Bank JP Morgan Chase hat im dritten Quartal nur etwas weniger als noch vor einem Jahr verdient. Allerdings wurde bei der Bilanzierung auch trickreich gerechnet. Und die Euro-Krise konnte nicht komplett ausgeblendet werden.
JP Morgan Chase: Euro-Krise lastet auf demInvestmentbanking - und das wiederum auf dem Quartalsergebnis

JP Morgan Chase: Euro-Krise lastet auf demInvestmentbanking - und das wiederum auf dem Quartalsergebnis

Foto: SHANNON STAPLETON/ REUTERS

New York - Auf die Zahlen von JP Morgan haben Investoren gespannt gewartet, denn die US-Großbank veröffentlicht als erstes der großen Geldhäuser ihre Quartalsbilanz und gilt als Barometer für die gesamte Branche. Das Ergebnis für das dritte Quartal fiel trotz Schulden- und Bankenkrise gar nicht so schlecht aus. Der Gewinn lag mit 4,3 Milliarden Dollar nur leicht unter dem Vorjahresergebnis von 4,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit weniger gerechnet.

Allerdings nutzte das Management um Bankchef Jamie Dimon auch einige Kniffe bei der Buchhaltung, um zu guten Zahlen zu kommen. So bewertete die Bank ihre Schulden neu; allein das brachte JP Morgan 1,9 Milliarden Dollar.

Dennoch reichte das nicht. Das von der Euro-Schuldenkrise belastete Geschäft der Investmentbanking-Sparte hat der US-Großbank JP Morgan Chase im dritten Quartal einen geringeren Gewinn eingebrockt. Das Ergebnis lag allerdings deutlich über den Erwartungen der Analysten. Das Institut meldete am Donnerstag für die vergangenen drei Monate einen Nettogewinn je Aktie von 1,02 Dollar oder 4,3 Milliarden Dollar. Die Einnahmen summierten sich auf 24,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt mit 0,91 Dollar gerechnet.

Im Vorjahresquartal betrug der Gewinn 1,01 Dollar je Aktie oder 4,4 Milliarden Dollar. Dem Ergebnis je Aktie liegen unterschiedliche Berechnungsgrundlagen wegen eines Aktienrückkaufs zugrunde. Bank-Chef Jamie Dimon gab sich trotz der Schwäche im Investmentbanking zufrieden: "Alles in allem glauben wir, dass die Renditen im gegenwärtigen Umfeld in Ordnung waren." Die Kernkapitalquote nach dem neuen Regelwerk Basel III gab das Institut mit 7,7 Prozent an.

JPMorgan ist die erste US-Großbank, die ihre Zahlen für das dritte Quartal bekanntgab. Im vorbörslichen Handel verbilligten sich die Aktien von JPMorgan an der Wall Street um 1,5 Prozent auf 32,70 Dollar.

got/apd/rtr
Mehr lesen über