Julius Bär Interesse an Bank Sarasin

Das Finanzhaus Julius Bär hat angeblich ein Angebot für die Bank Sarasin bei deren Mehrheitseigner Rabobank abgegeben. Außerdem will Julius Bär künftig sein Asiengeschäft gemeinsam mit dem australischen Finanzdienstleister Macquarie stärken.
Julius Bär: In aller Stille auf Expansionskurs?

Julius Bär: In aller Stille auf Expansionskurs?

Foto: Arnd Wiegmann/ REUTERS

Zürich - Die Züricher Privatbanken-Gruppe Julius Bär  hat laut einem Bericht der "Handelszeitung" eine unverbindliche Offerte für die Basler Bank Sarasin eingereicht. Das Angebot liege in Holland bei der Sarasin-Mehrheitsaktionärin Rabobank, berichtet die Zeitung in ihrer Donnerstagausgabe. Die Zeitung beruft sich dabei auf einen Züricher Investmentbanker. Laut diesem werde das Interesse am Sarasin-Paket seit Monaten getestet, wobei die US-Bank JP Morgan damit beauftragt sei.

Ein Sprecher von Julius Bär wollte die Marktgerüchte nicht direkt kommentieren, sagte aber gegenüber AWP, dass Zukäufe immer eine Option seien und verwies dabei auf diverse Akquisitionen in den letzten Jahren (UBS-Privatbanken, ING Schweiz, brasilianischer Vermögensverwalter GPS). "Wenn wir etwas sehen, das zu uns passt, dann machen wir das", so der Sprecher. Ob Sarasin zu Bär passen würde, wollte er zwar nicht direkt kommentieren, verwies aber auf die ähnliche Kultur und den ähnlichen Werdegang der beiden Institute als Familienbank.

Da passt es ins Bild, dass Julius Bär ihr Asiengeschäft zusammen mit dem australischen Finanzdienstleister Macquarie stärken will. Julius Bär verweist nach eigenen Angaben vom Donnerstag Kunden für Investment-Banking-Transaktionen in dieser Region künftig an Macquarie. Umgekehrt sollen Kunden der australischen Gruppe, die Private-Banking-Dienstleistungen benötigen, an Julius Bär weitergeleitet werden. Macquarie Private Wealth Asia unterhält Niederlassungen in Singapur und Honkong und verwaltet Kundenvermögen von rund einer Milliarde Dollar. Wie viele europäische Vermögensverwalter setzt Julius Bär verstärkt auf reiche asiatische Kunden. Als erste Privatbank hat die Bank Bär eine QFII-Lizenz der China Securities Regulatory Commission.

Zum angeblichen Angebot für Bank Sarasin wollte die Rabobank sich laut "Handelszeitung" nicht äußern. Die Bank Sarasin war für einen Kommentar gegenüber AWP nicht erreichbar. Sarasin-Chef Joachim Strähle hatte Ende Juli anlässlich der Halbjahres-Medienkonferenz gesagt, dass Rabobank ihre Anteile derzeit nicht verkaufen wolle. Zuvor geäußerte Pläne eines Management Buyouts (MBO) musste der CEO damals allerdings relativieren. Für ihn bleibe das ein "Traum", sagte er damals. Die Rabobank habe derzeit aber kein Interesse, darauf einzugehen.

Die holländische Rabobank hält 46 Prozent des Kapitals und rund zwei Drittel der Stimmen an Sarasin.

got/dpa-afx/reuters
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