Hohe Abschreibungen Hellas-Bonds belasten DZ-Bank

Die DZ-Bank - das Spitzeninstitut der Genossenschaftsbanken - muss im ersten Halbjahr 243 Millionen Euro auf ihr Griechenland-Engagement abschreiben. Das Ergebnis für das Gesamtjahr wird jetzt schwächer ausfallen, sagt Bankchef Kirsch. Der Manager spricht sich indes klar für Euro-Bonds aus.
Griechische Staatsanleihen verhageln der DZ-Bank die Halbjahresbilanz

Griechische Staatsanleihen verhageln der DZ-Bank die Halbjahresbilanz

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Die DZ Bank hat im ersten Halbjahr 243 Millionen Euro auf ihr Griechenland-Portfolio abgeschrieben. "Dabei haben wir den konservativen Weg gewählt und auf Marktwerte abgeschrieben. Das heißt, wir sind deutlich über die 21 Prozent hinausgegangen, die als Beteiligung privater Gläubiger vorgeschlagen wurden", sagte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch der "Welt am Sonntag".

Das Institut werde sich an dem vereinbarten Rettungspaket für Griechenland beteiligen, "aber noch liegen die Details nicht auf dem Tisch. Insofern können wir auch nicht sagen, welche der möglichen Varianten wir wählen." Die DZ Bank hielt Ende 2010 Griechenland-Anleihen über 731 Millionen Euro.

Das Halbjahresergebnis konnte die Bank auf dem Niveau der ersten sechs Monate 2010 halten, wie Kirsch bestätigte. Der Ausblick fiel allerdings zurückhaltend aus: "Im Gesamtjahr werden wir wohl dennoch unter dem Ergebnis von 2010 ankommen, weil wir davon ausgehen müssen, dass die Unruhe an den Märkten anhalten wird." 2010 hatte die Bank ein Ergebnis vor Steuern von 1,6 Milliarden Euro erzielt. Reuters hatte bereits am Dienstag aus Kreisen erfahren, dass der Gewinn vor Steuern in den ersten sechs Monaten etwa bei dem Vorjahreswert von 616 Millionen Euro lag.

"Operativ läuft es sehr gut", sagte Kirsch. "Wir haben bei der DZ Bank auch weiterhin eine erfreulich niedrige Risikovorsorge für notleidende Kredite." Im ersten Halbjahr habe das Geldhaus jedoch Rückschläge bei Wertpapierbeständen wegen der starken Marktschwankungen hinnehmen müssen. Das Frankfurter Institut will den Bericht über das erste Halbjahr am Montag veröffentlichen.

"Euro-Bonds sind ein kraftvolles Signal"

Optimistisch zeigte sich Kirsch jedoch hinsichtlich der Zukunft des Euro. Die Einschätzung des früheren US-Notenbank-Chefs Alan Greenspan, der das Ende der Gemeinschaftswährung kommen sieht, teile er nicht. Der Bank-Chef sprach sich zugleich für gemeinsame europäische Staatsanleihen aus. "Euro-Bonds sind ein kraftvolles Signal, wenn Europa einen dauerhaft attraktiven Finanzmarkt etablieren will, der mit anderen großen Wirtschaftsräumen mithalten kann." Allerdings dürften Euro-Bonds erst nach der Einführung eines institutionellen Rahmens kommen, der alle Mitgliedsländer zur Einhaltung einer Schuldenbremse verpflichte. Wenn ein Land dauerhaft gegen die Regeln verstoße, müssten strengere Sanktionen drohen als bisher, forderte Kirsch. "Der Ausschluss aus der EU muss dann möglich sein."

Rei/reuters/dpa
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