Landesbank WestLB treibt Verkäufe voran

Zehn Monate vor der geplanten Aufspaltung der WestLB treibt die einstmals mächtige Landesbank ihre Schrumpfkur voran. Der Verkauf der Immotochter WestImmo soll noch 2011 über die Bühne gehen. Der Gewinn der Landesbank schrumpft ebenfalls - die Griechenlandkrise drückt auf die Bilanz.
Aus WestLB wird Rest-LB: Aus der Landesbank soll eine Sparkassen-Zentralbank hervorgehen, die nur ein Viertel der bisherigen Aktivitäten umfasst. Der Rest wird verkauft

Aus WestLB wird Rest-LB: Aus der Landesbank soll eine Sparkassen-Zentralbank hervorgehen, die nur ein Viertel der bisherigen Aktivitäten umfasst. Der Rest wird verkauft

Foto: dapd

Düsseldorf - "Die Veräußerungsprozesse laufen", sagte Vorstandschef Dietrich Voigtländer am Donnerstag bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen in Düsseldorf. "Es sind eine Vielzahl von Bietern in den Datenräumen." Auch die Gespräche über einen Verkauf der Immobilienfinanzierungstochter WestImmo an den Finanzinvestor Apollo seien weit fortgeschritten. Der Verkauf könne noch 2011 besiegelt werden.

Der Konzernumbau drückt allerdings auf die Bilanz. Nach Restrukturierungskosten und Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen schmolz der Nachsteuergewinn im ersten Halbjahr auf 36 Millionen Euro zusammen, vor einem Jahr waren es noch 67 Millionen. Eine konkrete Ergebnisprognose für 2011 traute sich der WestLB-Chef nicht zu. Die WestLB beschäftigt derzeit noch rund 4500 Mitarbeiter.

Nach langem Streit mit der EU-Kommission hatten sich die Eigentümer - die westfälischen und die rheinischen Sparkassenverbände sowie das Land Nordrhein-Westfalen - auf eine Aufspaltung der WestLB verständigt. Vom einstigen Flaggschiff der Landesbanken soll am Ende nur eine Verbundbank übrigbleiben - eine Art Zentralbank für die Sparkassen mit nur noch 400 Beschäftigten und einer Bilanzsumme von 40 bis 45 Milliarden Euro. Sie soll bis Ende Juni 2012 stehen. Die übrigen Teile ("RestLB") werden verkauft oder gehen in die bereits bestehende Bad Bank über, in der bereits milliardenschwere Risikopapiere lagern.

Vorstand schließt betriebsbedingte Kündigungen bis 2012 aus

Am Mittelstandsgeschäft der WestLB hat die Düsseldorfer HSBC Trinkaus Interesse. Über den Verkauf der WestImmo verhandelt die WestLB derzeit exklusiv mit Apollo. Parallel dazu wollen die Sparkassen noch im Herbst die Weichen für die Herauslösung der Verbundbank stellen. Diese soll möglichst an eine andere Landesbank angedockt werden.

Als wahrscheinlichster Anker gelten die hessische Helaba oder die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) . Voigtländer selbst hielt sich zu den Chancen eines Zusammenschlusses bedeckt. Er rechne damit, dass sich die Sparkassengruppe darum sehr intensiv bemühen werde, sagte er lediglich. Den Mitarbeitern würde dies langfristig auf jeden Fall eine bessere Perspektive bieten als der Alleingang der Verbundbank.

Die weiteren Kosten für den Konzernumbau wollte Voigtländer am Donnerstag nicht näher beziffern. Im ersten Halbjahr beliefen sie sich auf 158 Millionen Euro. Vor Steuern stand nur noch ein Gewinn von 50 (Vorjahr: 114) Millionen Euro zu Buche, auch wegen der Abspaltung der Bad Bank EAA. Über den Umbau berät Voigtländer derzeit auch mit Betriebsrat, wie er erklärte.

Mit der Gewerkschaft Verdi gebe es Gespräche über einen Haustarifvertrag. Klar sei, dass durch den Umbau "Arbeitsplätze in nennenswerten Umfang" verloren gingen. Auf betriebsbedingte Kündigungen werde die Bank aber bis Ende 2012 verzichten. "Wir müssen die Mannschaft motiviert an Bord halten."

la/reuters
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