Bank of America Kahlschlag nach Milliardenverlust

HSBC, UBS und nun Bank of America: Internationale Großbanken streichen massiv Arbeitsplätze. Bei der Bank of America sind einem Bericht zufolge bis zu 10.000 Stellen in Gefahr. Die US-Bank musste im zweiten Quartal einen Rekordverlust von mehr als neun Milliarden Dollar verbuchen.
Bank of America in New York: Hat sich mit dem Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen

Bank of America in New York: Hat sich mit dem Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen

Foto: Mark Lennihan/ AP

New York - Noch in diesem Quartal sollen 3500 Jobs bei der Bank of America wegfallen, schreibt das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit den Planungen vertraute Kreise. Dem geplanten Konzernumbau könnten danach mehrere tausend weitere Stellen zum Opfer fallen. Eine Quelle der Zeitung erwartet mindestens 10.000 wegfallende Jobs. Das wären 3,5 Prozent der Mitarbeiter.

Die Bank aus Charlotte in North Carolina ist der Sorgenfall unter den US-Kreditinstituten. Sie hatte in der Finanzkrise den großen Immobilienfinanzierer Countrywide  übernommen. Das erwies sich jedoch als schwerer Fehler, weil Countrywide Kredite viel zu lax vergeben hatte und Hausbesitzer reihenweise ihre Raten nicht mehr zahlen können. Deshalb muss sich die Bank of America nun mit Verlusten herumschlagen.

Im zweiten Quartal verbuchte das Institut ein Rekordminus von 9,1 Milliarden Dollar. Hauptverantwortlich dafür waren windige Hypothekengeschäfte aus der Vergangenheit, für die die Bank nun auch Schadensersatz zahlen muss.

Mit den bevorstehenden Entlassungen würde die Bank of America  vielen anderen internationalen Großbanken folgen. Die britische HSBC  hatte zu Monatsbeginn angekündigt, 30.000 Jobs bis 2013 zu streichen, bei Lloyds  sollen es 15.000 Arbeitsplätze bis 2014 sein. Die Schweizer Großbanken UBS (Kurswerte anzeigen) und Credit Suisse (Kurswerte anzeigen) haben ebenso wie die US-Institute Wells Fargo  und Goldman Sachs  Sparprogramme angekündigt.

Grund für diese Welle ist die sinkende Rentabilität der Banken. Das liegt unter anderem an der strengeren Regulierung und den härteren Kapitalanforderungen nach der Finanzkrise. Zudem vergeht vielen Anlegern angesichts der anhaltenden Unsicherheiten auf den Kapitalmärkten die Lust am Investieren, was besonders das Investmentbanking zu spüren bekommt. Zu schaffen macht etwa den US-Banken auch die schwächelnde Wirtschaft. Bei der Deutschen Bank  ist dagegen von Stellenstreichungen bisher keine Rede.

mg/dpa-afx
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