Kahlschlag bei Investmentbanken HSBC streicht 30.000 Jobs

Ebenso wie die anderen großen Investmentbanken hat nun auch die HSBC einen radikalen Jobbabbau verkündet. Insgesamt 30.000 Stellen sollen wegen des enttäuschenden Wachstums gestrichen werden. Der Aktienkurs legt deutlich zu.
HSBC-Filiale: Rund 200 Standorte im US-Bundesstaat New York sollen verkauft werden

HSBC-Filiale: Rund 200 Standorte im US-Bundesstaat New York sollen verkauft werden

Foto: Vincent Yu/ AP

London - In diesem Jahr sollen 5000 Stellen gestrichen werden, bis 2013 weitere 25.000, teilte die britische Großbank HSBC nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen an. Damit baut die Bank rund 10 Prozent ihrer Belegschaft ab.

Anleger nahmen die Ankündigungen positiv auf: HSBC-Aktien  legten um fast 3 Prozent zu. Auch andere Banken wie Lloyds , Goldman Sachs (Kurswerte anzeigen), UBS (Kurswerte anzeigen) und Credit Suisse (Kurswerte anzeigen) haben in den vergangenen Wochen einen Stellenabbau angekündigt.

Der neue Konzernchef Stuart Gulliver hatte bereits im Mai angekündigt, die Kostenbasis bis 2013 um 2,5 bis 3,5 Milliarden Dollar zu senken, um die Rendite trotz der zu erwartenden strengeren Eigenkapitalregeln auf das Ziel 12 bis 15 Prozent zu bringen. Das Institut will sich im Filialgeschäft auf weniger Märkte konzentrieren. Dazu gehören neben Großbritannien und Hongkong vor allem wachstumsstarke Länder wie Mexiko, Singapur, die Türkei und Brasilien sowie kleinere Staaten, in denen die Bank zu den Marktführern zählt.

Gewinn überraschend gesteigert

Die HSBC hatte deshalb bereits am Montagmorgen den Verkauf von 195 Filialen im US-Bundesstaat New York an die First Niagara Bank für eine Milliarde Dollar angekündigt. Damit würde das Institut auf einen Schlag rund 40 Prozent seiner US-Niederlassungen loswerden.

Ihren Gewinn konnte die HSBC im ersten Halbjahr überraschend steigern. Der Überschuss stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35 Prozent auf rund 9,2 Milliarden Dollar (6,4 Milliarden Euro) an. Damit übertraf es die Erwartungen von Analysten deutlich.

Der Zuwachs resultierte allerdings vor allem aus dem ersten Quartal, als die Bank den Gewinn um 60 Prozent gesteigert hatte. Im zweiten Quartal hatte weltweit das Investmentbanking der Großbanken unter der Schuldenkrise in Europa zu leiden.

mg/rtr
Mehr lesen über Verwandte Artikel