Zweites Quartal Gewinn bricht ein - UBS streicht Stellen

Nach einer Gewinnhalbierung im zweiten Quartal kassiert die Schweizer Großbank UBS ihr mittelfristiges Ziel. Zugleich kündigt das Institut einen strengen Sparkurs an und will in diesem Zuge auch Stellen abbauen. Die Aktie gibt deutlich nach.
Die Schweizer Großbank UBS hat im zweiten Quartal vor allem im Investmentbanking einen harten Einbruch der Geschäfte erlitten

Die Schweizer Großbank UBS hat im zweiten Quartal vor allem im Investmentbanking einen harten Einbruch der Geschäfte erlitten

Foto: CHRIS HONDROS/ AFP

Zürich - Infolge der Euro-Schuldenkrise ist der Reingewinn der Schweizer Großbank UBS  im abgelaufenen Quartal um 49 Prozent auf 1,01 Millionen Franken (870 Millionen Euro) gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken, wie UBS am Dienstag mitteilte. Die Deutsche Bank  konnte dagegen ihren Nettogewinn im zweiten Quartal um 6 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro erhöhen, wie der Wettbewerber heute ebenfalls mitteilte.

Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang um 36 Prozent auf 1,23 Milliarden Franken gerechnet. Im ersten Quartal dieses Jahres hatte die größte Schweizer Bank noch 1,8 Milliarden Franken Gewinn erzielt. Die Aktie büßte am Vormittag zunächst rund 3 Prozent ein.

In den nächsten zwei bis drei Jahren will UBS die Kosten um 1,5 bis zwei Milliarden Franken senken. Dafür würden im Laufe des Jahres vermutlich bedeutende Restrukturierungskosten zu verbuchen sein, kündigte Konzernchef Oswald Grübel an. Wenig deute darauf hin, dass die wirtschaftliche Unsicherheit abnehmen werde. Im dritten Quartal sei keine nennenswerte Verbesserung des Marktumfeldes zu erwarten. Und das werde sich auf die Ergebnisse auswirken.

"Die Maßnahmen gehen über alle Bereiche und werden unglücklicherweise auch den Abbau von Stellen einschließen", erklärte Finanzchef Tom Naratil am Dienstag

Bisher hatte UBS bis 2014 einen Vorsteuergewinn von 15 Milliarden Franken angepeilt. Dieses im Jahr 2009 definierte Ziel werde die Bank nun wahrscheinlich nicht erreichen, räumte Grübel ein.

Gewinneinbruch im Investmentbanking - Vermögensverwaltung legt leicht zu

Besonders stark schlug die Schuldenkrise beim Investmentbanking durch, wo die Risikoscheu der Großanleger auf die Umsätze im Handels- und Emissionsgeschäft drückten. Der Gewinn der Sparte sank auf 376 Millionen Franken vom 1,31 Milliarden ein Jahr zuvor.

Im zweiten Standbein Vermögensverwaltung wirkte sich die Krise weniger stark aus. Der Gewinn dieses Geschäftsbereiches stieg gegenüber dem Vorquartal um 4 Prozent auf 672 Millionen Franken. Reiche Kunden, die nach der Finanzkrise und wegen der Steuerhinterziehungs-Ermittlungen der USA scharenweise das Weite gesucht hatten, kamen zu der Bank zurück. Im Wealth Management flossen der UBS neu 5,6 Milliarden Franken zu. Analysten hatten allerdings mit 7,5 Milliarden Franken gerechnet. Das Netto-Neugeld im ganzen Konzern belief sich auf 8,7 Milliarden Franken.

Insgesamt verwaltete die größte Schweizer Bank für private und institutionelle Kunden wie Pensionsfonds rund 2100 Milliarden Franken. Beim Lokalrivalen Credit Suisse erwarten Analysten einen Gewinnrückgang um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

rei/reuters

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