Gewinneinbruch Schuldenkrise belastet Goldman Sachs

Die erfolgsverwöhnte US-Investmentbank Goldman Sachs meldet einen Gewinneinbruch um 18 Prozent - das Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen bricht sogar noch viel stärker ein. Bankchef Lloyd Blankfein spricht von einem "schwierigen Marktumfeld" - die Aktie gibt nach.
"Schwieriges Umfeld": Goldman-Chef Lloyd Blankfein kann nicht zufrieden sein

"Schwieriges Umfeld": Goldman-Chef Lloyd Blankfein kann nicht zufrieden sein

Foto: Ramin Talaie/ dpa

New York - Die US-Investmentbank Goldman Sachs , eigentlich ein Garant für Megagewinne, muss dieses Mal kleine Brötchen backen. Die Schuldenkrise in Europa und den USA hat vielen Investoren die Lust aufs Spekulieren verdorben; Goldman sind dadurch profitable Geschäfte durch die Lappen gegangen.

Der Gewinn im zweiten Quartal lag bei vergleichsweise mageren 1,1 Milliarden Dollar (770 Mio Euro).

Bankchef Lloyd Blankfein sprach am Dienstag in New York von einem schwierigen Marktumfeld; zudem sei Goldman bewusst weniger Risiken eingegangen. Gerade in den risikoreichen Geschäften stecken aber oft die höchsten Verdienstmöglichkeiten.

Die Anleger, die Spitzenergebnisse von der Bank gewöhnt sind, zeigten sich enttäuscht. Goldman Sachs  verfehlte ihre Erwartungen deutlich. An der Wall Street verlor die Aktie im frühen Handel rund 3 Prozent.

Erträge gehen zurück - bei JP Morgan sieht es besser aus

Das Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen brach gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 53 Prozent ein. Insgesamt gaben die Erträge um 18 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar nach. Gegenüber dem Jahresanfang fiel der Rückgang noch drastischer aus.

Ein Lichtblick war das Geschäft mit Börsengängen sowie der Beratung bei Übernahmen und Fusionen. Hier konnte Goldman deutlich zulegen.

Im Vorjahreszeitraum hatte Goldman allerdings mit 453 Millionen Dollar nach Abzug der Vorzugsdividende noch deutlich weniger verdient. Damals hatten unter anderem die britische Bonussteuer und die Strafe der Börsenaufsicht SEC aufs Ergebnis gedrückt.

Goldman Sachs gilt eigentlich als Geldmaschine an der Wall Street. Dieses Mal musste sich die reine Investmentbank aber nicht nur dem Branchenprimus JPMorgan Chase , sondern auch der Citigroup  geschlagen geben; beide verdienten mehrere Milliarden Dollar.

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