BayernLB Staatsanwaltschaft klagt Gribkowsky an

Die Bestechungsaffäre um den Formel-1-Deal der BayernLB kommt vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft München hat Anklage gegen den ehemaligen Landesbankmanager Gerhard Gribkowsky erhoben. Auch Rennsportfunktionär Bernie Ecclestone könnte in dem Verfahren auftreten müssen.
Bald vor Gericht: Ex-Risikomanager Gribkowsky vor dem Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtags zur BayernLB

Bald vor Gericht: Ex-Risikomanager Gribkowsky vor dem Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtags zur BayernLB

Foto: Frank Leonhardt/ picture alliance / dpa

München - Der wegen Bestechungsverdacht inhaftierte Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky muss sich bald vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft München erhob am Dienstag Anklage gegen den einstigen Risikovorstand der Landesbank. Sie wirft Gribkowsky im Zusammenhang mit dem Verkauf der Formel-1-Rechte an den britischen Finanzinvestor CVC im Jahr 2006 Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung vor.

Der Banker habe für die Vermittlung der Rechte an den Finanzinvestor CVC über Scheinfirmen rund 44 Millionen Dollar an Schmiergeld erhalten und in einer österreichischen Stiftung versteckt, erklärten die Ermittler. Die Zahlungen seien durch zwei zum Schein abgeschlossene Beratungsverträge mit Briefkastenfirmen auf Mauritius und den britischen Jungferninseln verschleiert worden. Das Geld sei von einer Firma namens Bambino Trust und "Bernard E." bezahlt worden - CVC stand seinerzeit mit dem Formel-1-Chef Bernard ("Bernie") Ecclestone im Bunde. Ecclestone und CVC haben erklärt, mit den Zahlungen an Gribkowsky nichts zu tun zu haben.

Durch den Deal sei der BayernLB ein Schaden von gut 66 Millionen Dollar entstanden, da Ecclestone und die Bambino Holding Provisionen von dem Geldhaus verlangt hätten, die ohne das Vorgehen von Gribkowsky nicht angefallen wären, argumentieren die Ankläger. Unter anderem soll Ecclestone rund 41 Millionen Dollar Provision dafür erhalten haben, dass er der Landesbank im Jahr 2006 den Investor CVC als Käufer der Formel 1 vermittelt hatte. Zudem habe der frühere Topmanager der Bank private Grundstückskosten untergejubelt.

Gribkowsky, dessen Verteidiger am Dienstag zu den Vorwürfen keine Stellung nahmen wollte, sitzt seit Jahresanfang in Untersuchungshaft. "Deshalb wird ein zügiger Prozessbeginn angestrebt", sagte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger zur Nachrichtenagentur Reuters. Ein genauer Termin sei allerdings noch nicht abzusehen. Auch gegen Ecclestone wird ermittelt. Er soll nach Medienberichten aber nicht angeklagt werden, sondern als Zeuge gegen Gribkowsky vor Gericht aussagen.

ak/rtr/dapd
Mehr lesen über