Nach Rekordvergleich Bank of America verliert neun Milliarden Dollar

Nicht alle US-Großbanken präsentieren glänzende Zahlen: Die Bank of America verbucht für das abgelaufene Quartal einen Rekordverlust. Hintergrund ist die juristische Auseinandersetzung mit Kunden, die sich von der Bank für Ausfälle in der Immobilienkrise entschädigen lassen.
Gestrauchelter Riese: Die Übernahme von Countrywide und Merrill Lynch in der Finanzkrise machte die Südstaatenbank zum Marktführer - aber auch zum großen Problemfall

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Foto: Mark Lennihan/ AP

Charlotte (North Carolina) - Die Bank of America hat wegen Altlasten aus der Hypothekenkrise einen Milliardenverlust eingefahren. Der Fehlbetrag belief sich im vergangenen Quartal unter dem Strich auf 8,8 Milliarden Dollar oder 90 Cent je Aktien, wie das Unternehmen am Dienstag vor Börseneröffnung mitteilte. Damit lag die Bank of America im Rahmen der Erwartungen. Ohne Sonderposten sei im zweiten Quartal ein Gewinn von 33 Cent je Aktie erwirtschaftet worden.

Die Erträge lagen bei 13,2 Milliarden Dollar, was knapp eine Milliarde Dollar über den durchschnittlichen Analystenerwartungen lag. Die Abschreibungen beliefen sich unter dem Strich auf 5,67 Milliarden Dollar, die Rückstellungen für Kreditausfälle im zweiten Quartal gab das Geldhaus mit 3,26 Milliarden Dollar an. Die Bank of America  erklärte, die Geschäfte würden nach wie vor durch die juristische Aufarbeitung der Hypothekenkrise belastet. Der Markt reagierte positiv auf das Zahlenwerk: Bank-of-America-Papiere verteuerten sich vorbörslich um knapp 3 Prozent.

Die Bank hatte einen Streit mit einer Gruppe von 22 Investoren, zu denen auch die BayernLB und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gehören, gegen die Zahlung von 8,5 Milliarden Dollar beigelegt. Zudem legte sie weitere 5,5 Milliarden Dollar für weitere problematische Geschäfte zurück. Vor einem Jahr hatte die Bank noch 3,1 Milliarden Dollar verdient.

Analysten hatten mit dem Rekordverlust gerechnet. Ohne diese Sonderbelastungen hätte die Bank einen Überschuss von 3,7 Milliarden Dollar erzielt und damit ihr Ergebnis vom Vorjahr gesteigert. Die Konkurrenten JPMorgan Chase  und Citigroup  hatten in der vergangenen Woche fürs zweite Quartal deutliche Gewinnsteigerungen gemeldet und damit die Erwartungen von Analysten übertroffen. JPMorgan verdiente unter dem Strich 5,4 Milliarden Dollar, Citigroup 3,3 Milliarden Dollar. Die vierte Großbank Wells Fargo  meldete ebenfalls am Dienstag einen Gewinn von 3,9 Milliarden Dollar.

ak/rtr/dpa-afx
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