Hypothekenwucher Deutsche Bank wehrt sich gegen US-Vorwürfe

Die Deutsche Bank geht im Rechtsstreit um umstrittene Hypothekengeschäfte in den USA in die Offensive. Eine entsprechende Klage der Bundesstaatsanwaltschaft soll von einem Bezirksgericht in Manhattan abgewiesen werden.
Deutsche Bank: Ärger um die Tochterfirma in den USA

Deutsche Bank: Ärger um die Tochterfirma in den USA

Foto: Lukas Barth/ picture alliance / dpa

New York - Die Anwälte der Deutschen Bank sehen keinerlei Grundlage dafür, das größte deutsche Geldinstitut für die Vorgänge bei der 2007 übernommenen Tochter MortgageIT verantwortlich zu machen. Die Klage der US-Bundesstaatsanwaltschaft wimmelt ihrer Ansicht nach von sachlichen Fehlern. "Unterm Strich ist die Klage reich an ungestützter Rhetorik, aber arm an Fakten", erklärten die Anwälte in ihrer Erwiderung. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem bedeutendsten hiesigen Geldinstitut und MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vor. Die jetzige Tochterfirma der Deutschen Bank soll Angaben zu Krediten für Eigenheimbesitzer geschönt haben, damit der Staat die Finanzierungen absichert. Als viele Kreditnehmer dann in der Krise ihre Raten nicht mehr zahlen konnten, musste der Staat einspringen.

Auf die Deutsche Bank könnten hohe Zahlungen zukommen: Die Staatsanwaltschaft hatte erklärt, der Staat habe bis zum Februar mit 386 Millionen Dollar für geplatzte Kredite einspringen müssen und verlangt dieses Geld samt einer Strafe zurück. Unter dem sogenannten "False Claims Act", auf den sich die Klage stützt, kann die Staatsanwaltschaft insgesamt drei Mal so viel Geld zurückverlangen - also mehr als 1 Milliarde Dollar.

Die Bundesstaatsanwaltschaft von Manhattan hatte ihre Vorwürfen im Mai veröffentlicht. Bereits damals hatte die Bank die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, sich mit allen rechtlichen Mitteln wehren zu wollen.

Es ist nicht der einzige Rechtsstreit der Deutschen Bank in den USA: Die Staatsanwaltschaft von Los Angeles wirft Deutschlands größtem Geldhaus vor, dass sie gepfändete Häuser reihenweise verfallen lasse und die Bewohner drangsaliere. Auch diese Vorwürfe weisen die Frankfurter zurück.

als/kst/dpa
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