Zerschlagung und Verkauf WestLB rechnet mit Zustimmung der EU

Mit der Europäischen Union ist die WestLB mehrfach aneinandergeraten. Jetzt wird klar, dass Zerschlagung und Verkauf der Landesbank bis zum Sommer 2012 abgeschlossen sein sollen. WestLB-Chef Voigtländer ist überzeugt, dass die EU-Kommission den Plänen dieses Mal zustimmt - aus gutem Grund.
WestLB-Zentrale: EU ist eng in die Verhandlungen über den Rettungsplan eingebunden

WestLB-Zentrale: EU ist eng in die Verhandlungen über den Rettungsplan eingebunden

Foto: DPA

München - Der Chef der angeschlagenen WestLB, Dietrich Voigtländer, ist zuversichtlich, dass die EU-Kommission dem Rettungsplan für die Landesbank zustimmt. Die EU sei bis zuletzt in die Verhandlungen eng eingebunden gewesen, sodass er von einer grundsätzlichen Zustimmung in Brüssel ausgehe, sagte Voigtländer der "Süddeutschen Zeitung". Die WestLB soll zerschlagen und verkauft werden, ein Teil in eine Verbundbank im alleinigen Eigentum der Sparkassen übergehen. Darauf hatten sich die nordrhein-westfälische Landesregierung, die NRW-Sparkassen und der Bund geeinigt.

Zerschlagung und Verkauf müssen bis Sommer 2012 abgeschlossen sein. Diese Frist bringe "Druck in die Verhandlungen", sagte Voigtländer der Zeitung. "Wir bereiten den Verkauf seit einiger Zeit vor, die Datenräume sind eingerichtet und geöffnet," so Voigtländer. Der eine oder andere Interessent habe sich bereits gemeldet. Er sei zuversichtlich, "dass wir gute Ergebnisse erzielen werden". Er will sein Amt nur bis Juni 2012 ausüben, dann sei seine Mission erfüllt. Voigtländer ist seit 2009 Vorstandsvorsitzender der Landesbank.

Ein Grund für den Niedergang der Landesbank sei "sicher zum Teil auch Größenwahn", sagte Voigtländer. Entscheidend sei aber gewesen, dass sich die Bank zu weit von den Sparkassen entfernt und sich zu sehr auf Großkunden und das Investmentbanking "gestürzt" habe. Der WestLB-Chef gab aber auch der Politik eine Mitschuld: "Vielleicht hätte sich die deutsche Politik für unsere Belange in Brüssel mehr einsetzen können."

Die Landesbank war während der Finanzkrise in erhebliche Schieflage geraten und mit Staatsmilliarden unterstützt worden. Die Alternative zu dem nun gefundenen Plan wäre die Abwicklung der WestLB gewesen, sagte Voigtländer der Zeitung. "Das hätte unkontrollierbare Folgen gehabt."

Der endgültige Umbauplan für die WestLB liegt seit einigen Tagen in Brüssel vor. Das Konzept sieht eine Aufspaltung der Bank in mehrere Teile vor. Zuvor hatten die Eigentümer der Bank - das sind das Land NRW und die Sparkassen - versucht, mit Alternativplänen die WestLB als Ganzes zu retten und damit möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern. Dies erwies sich bei den EU-Wettbewerbshütern aber als nicht genehmigungsfähig.

wed/afp/dpa-afx
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