Deutsche Bank AR-Chef favorisiert Doppelspitze

Die Deutsche Bank soll künftig möglicherweise ein Duo aus Deutschland-Chef Jürgen Fitschen und Chef-Investmentbanker Anshu Jain führen. Diese Lösung favorisiere Oberaufseher Clemens Börsig, heißt es in einem Bericht. Für Josef Ackermann wolle Börsig zudem von der Aufsichtsratsspitze nicht freiwillig abtreten.
Wer wird Aufsichtsratschef der Deutschen Bank? Noch-Vorstandschef Ackermann (r.) im Gespräch mit Noch-Oberaufseher Börsig

Wer wird Aufsichtsratschef der Deutschen Bank? Noch-Vorstandschef Ackermann (r.) im Gespräch mit Noch-Oberaufseher Börsig

Foto: A3399 Arne Dedert/ dpa

Frankfurt am Main - Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank , Clemens Börsig, will einem Pressebericht zufolge um seinen Posten kämpfen. Der Chefkontrolleur sei nicht bereit, dem amtierenden Vorstandschef Josef Ackermann Platz zu machen, zitiert die Zeitung "Die Welt" Aufsichtsratskreise. Börsig habe "keine Absicht zurückzutreten und das Feld zu räumen", sagt demnach eine mit den Vorgängen vertraute Person. Er wolle sein bis 2013 laufendes Aufsichtsratsmandat erfüllen und Vorsitzender bleiben. Börsig müsste folglich vom Aufsichtsrat der Deutschen Bank  abgewählt werden, was ein einmaliger Vorgang wäre.

Gleichzeitig könnte die Ackermann-Nachfolge früher geregelt werden als erwartet: Dem Vernehmen nach hat sich Börsig zwar noch nicht endgültig entschieden, favorisiere aber stark ein Duo aus Deutschland-Chef Jürgen Fitschen und dem Chef-Investmentbanker Anshu Jain für die Spitze der Bank, wie es in der Zeitung weiter heißt. Die Entscheidung sei "keine Frage von Wochen mehr", sagte ein einflussreiches Mitglied des Aufsichtsrats, so "Die Welt".

Für Ackermann werde es durch Börsigs Widerstand weitaus schwieriger, doch noch an die Spitze des Aufsichtsrats zu wechseln. Dazu solle er inzwischen bereit sein, nachdem er es in den vergangenen Jahren mehrfach ausgeschlossen hatte.

Die Mehrheitsverhältnisse im Kontrollgremium der Bank sind laut der "Welt" im Moment allerdings alles andere als klar, und es wäre sehr ungewöhnlich, wenn es zu einer Kampfabstimmung käme. Man müsse abwägen, heißt es im Aufsichtsrat. Auf der einen Seite stünden die Verdienste Ackermanns und sein herausragendes Netzwerk, so dass sein Weggang einen großen Verlust bedeuten würde. Auf der anderen Seite müsse aber ein Team an der Spitze der Bank stehen, das harmoniere. "Man muss nicht nur die externe Bedeutung von Herrn Ackermann im Blick haben, sondern auch die internen Konsequenzen, wenn er Aufsichtsratsvorsitzender wird", sagt ein Mitglied des Gremiums.

cr/dpa-afx
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