Ex-Bundesbankchef Axel Weber will UBS verjüngen

Der ehemalige Bundesbankchef Axel Weber hat sich zu seinem Wechsel zur UBS und seinen Plänen dort geäußert. Er habe Interessenkonflikte vermeiden wollen, so Weber. Und: Bei der Schweizer Großbank stehe ein Generationswechsel an.  
"Die Bank muss einen Generationswechsel vollziehen": Axel Weber hat mit der UBS einiges vor

"Die Bank muss einen Generationswechsel vollziehen": Axel Weber hat mit der UBS einiges vor

Foto: dapd

Hamburg - Der ehemalige Bundesbankchef Axel Weber hat seinen Wechsel zur Schweizer Großbank UBS  damit begründet, dass es dabei "keine Interessenkonflikte" mit seinem früheren Amt gibt. Ihm sei bei seiner Entscheidung für die UBS wichtig gewesen, dass weder Bundesbank noch Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht das Schweizer Institut kontrolliert hätten, sagte Weber dem SPIEGEL. Außerdem gehöre die Bank nicht zum Euro-Raum.

Der Volkswirt war auch als Nachfolger von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann gehandelt worden. Andere Angebote als das der UBS habe es aber nie gegeben, sagte Weber laut SPIEGEL. "Es gab nie andere formale Vertragsverhandlungen oder Offerten."

Ein Job bei der UBS lässt sich nach Webers Einschätzung mit der früheren Tätigkeit vereinbaren. "Ich war ja in der Bundesbank nicht direkt für die Bankenaufsicht zuständig", sagte er. "Zudem warte ich ganz bewusst bis zum nächsten Jahr." Weber soll bei der nächsten ordentlichen Generalversammlung im Mai 2012 in den Verwaltungsrat der UBS gewählt werden. Nach seinem ersten Amtsjahr soll er 2013 den dann 72-jährigen Verwaltungsratschef Kaspar Villiger ablösen. Weber hatte die Bundesbank im April verlassen. Die Notenbanker haben sich vor einem Wechsel selbst eine Schamfrist von einem Jahr auferlegt.

Als zukünftiger Präsident der UBS will Weber das Schweizer Institut einer Verjüngungskur unterziehen. "Sicher ist, dass die Bank in den nächsten Jahren den Generationenwechsel vollziehen muss", sagte der 54-Jährige der "Neuen Zürcher Zeitung" am Samstag.

Die Nachricht von Weber Wechsel zur UBS hatte für große Überraschung gesorgt, denn Weber war lange als Nachfolger von Josef Ackermann an der Spitze der Deutsche Bank im Gespräch. Zudem ist Weber der erste Nicht-Schweizer an der Spitze der UBS. Group CEO ist aber mit dem 1943 geborenen Oswald Grübel ebenfalls ein Deutscher. Nach Einschätzung von Weber hat die UBS nach einer turbulenten Zeit in der Finanzkrise den Turnaround geschafft. "Jetzt geht es darum, die strategischen Perspektiven für die Zukunft weiterzuentwickeln", sagte er.

Die neuen Regulierungsvorschriften für die Schweizer Banken sieht er nicht negativ. "Regulatorisch wurden hier in der Schweiz vernünftige und tragbare Kompromisse gefunden". Eine starke Kapitalbasis sei das Fundament für solide aufgestellte Banken. Bisher hatten sich UBS-Konzernchef Grübel und auch Präsident Villiger immer kritisch und ablehnend zu den Banken-Regulierungsplänen in der Schweiz geäußert, die vor allem von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vorangetrieben wurden. Die Schweizer Pläne gehen deutlich über das hinaus, was im Rahmen des internationalen Basel-III-Regelwerks geplant ist.

cr/rtr/dpa
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