Axel Wieandt Ackermann verliert Nachwuchsstar

Er galt als eine der größten Hoffnungen der Deutschen Bank, sogar als Nachfolger von Josef Ackermann war er im Gespräch. Nun verlässt Ex-HRE-Chef Axel Wieandt überraschend seinen einstigen Förderer - und heuert bei der Konkurrenz an.
Spross einer traditionsreichen Banker-Familie: Axel Wieandt

Spross einer traditionsreichen Banker-Familie: Axel Wieandt

Foto: ddp

Der entscheidende Bruch in Axel Wieandts Karriere war eigentlich als Karrieresprungbrett gedacht: Im Oktober 2008 entsandte Josef Ackermann seinen Zögling auf den Chefposten bei der Skandalbank Hypo Real Estate (HRE). Dort sollte er sich als Aufräumer für höhere Aufgaben empfehlen. Doch schon im März 2010 gab Wieandt den Posten nach heftigem Kompetenz-Gerangel mit dem Bankenrettungsfonds Soffin entnervt auf und flüchtete zurück zur Deutschen Bank . Bei dem Streit soll es unter anderem um die Deckelung von Mitarbeiter-Gehältern gegangen sein.

Nun wechselt Wieandt zum 1. Juli zur Schweizer Großbank Credit Suisse , wo er als Managing Director im Investment Banking in Deutschland und Österreich arbeiten soll. Das teilte die Credit Suisse am Mittwoch mit.

Nach seiner Rückkehr zur Deutschen Bank hatte Wieandt nie mehr richtig Fuß gefasst. Zuletzt war er für Integrationsprojekte zuständig. Seinen zwischenzeitlich geplanten Wechsel an die Spitze der Deutsche-Bank-Tochter BHF verhinderte Finanzkreisen zufolge die Finanzaufsicht BaFin. Die Deutsche Bank äußerte sich nicht zu Wieandts Wechsel. Kreisen zufolge soll der Manager selbst bei der Deutschen Bank gekündigt haben.

Der 44-jährige Wieandt stammt aus einer traditionsreichen Bankerfamilie. Sein Vater Paul Wieandt galt als Sanierungsexperte und leitete unter anderem die Landesbank Rheinland-Pfalz und die Bank für Gemeinwirtschaft. Axel Wieandts Schwester Dorothee ist Managerin bei der Investmentbank Goldman Sachs und mit dem Chef der Commerzbank , Martin Blessing, verheiratet.

stk/dpa/apd/rtr

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