Kapitalerhöhung Commerzbank erlöst elf Milliarden Euro

Die Commerzbank hat seit April insgesamt 11 Milliarden Euro eingesammelt. Das Geld soll in die Rückzahlung der Staatshilfen in Höhe von rund 16,2 Milliarden Euro fließen. Commerzbank-Chef Blessing rechnet schon bald wieder mit Milliardengewinnen.
Gelungene Kaitalerhöhung: Nach der Rückzahlung der Staatshilfen sollen die Gewinne der Commerzbank wieder klettern

Gelungene Kaitalerhöhung: Nach der Rückzahlung der Staatshilfen sollen die Gewinne der Commerzbank wieder klettern

Foto: dapd

Frankfurt - Der staatlich gestützten Commerzbank ist der Befreiungsschlag gelungen. Im zweiten Schritt ihrer milliardenschweren Kapitalerhöhung hat die deutsche Nummer zwei nach eigenen Angaben alle Aktien am Markt platziert. Das Geldinstitut nahm so weitere vier Milliarden Euro ein. Damit kann die Commerzbank wie geplant den Großteil ihrer Staatshilfen abbauen und sich auf das operative Geschäft konzentrieren.

Bei Analysten wächst bereits die Zuversicht für die lange gebeutelte Aktie. Sie hoffen, dass das Schlimmste nun vorüber ist. Im späten Handel reagierte das Papier allerdings kaum auf die Nachrichten und lag zuletzt mit 0,47 Prozent im Plus bei 3,237 Euro.

Bei der Kapitalerhöhung ließen sich die Anleger von einem 45-prozentigen Rabatt auf den Aktienkurs locken. Bei einer Annahmequote von 99,94 Prozent machten fast alle Altaktionäre von ihrem Bezugsrecht Gebrauch.

Die Commerzbank  hatte seit Ende Mai insgesamt gut 2,4 Milliarden neue Aktien zum Preis von 2,18 Euro das Stück angeboten. Die restlichen neuen Papiere und die Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen war, wurden den Angaben zufolge am Markt verkauft. Dass die Bank alle Papiere los würde, war bereits bei der Ankündigung der Kapitalmaßnahme sicher. Dafür hatten die Konsortialbanken garantiert.

Mit den Einnahmen aus der zweistufigen Kapitalerhöhung und eigenen Mitteln zahlt die Commerzbank 14,3 Milliarden der insgesamt 16,2 Milliarden Euro als Stille Einlagen erhaltenen Staatshilfe zurück. Bis 2014 soll der Rest abgebaut werden. Der Staat ist allerdings weiterhin an der Commerzbank beteiligt. Er hält 25 Prozent plus einer Aktie. Damit hat er weiter großen Einfluss auf die Geschäftspolitik des Kreditinsituts. Wann der Staat seine Aktien verkaufen will, ist noch unklar.

Die Anzahl der Aktien hat sich fast vervierfacht

Insgesamt sammelte die Commerzbank durch die Kapitalerhöhungen seit April 11 Milliarden Euro ein. Rund 8,25 Milliarden Euro holte sie sich von institutionellen und privaten Anlegern. Der Staat selbst trug die Kapitalerhöhung voll mit und steuerte weitere 2,75 Milliarden Euro durch die Umwandlung eines Teils seiner Stillen Einlagen in Aktien bei. Nun werden 5,1 Milliarden Commerzbank-Aktien gehandelt. Das ist fast viermal so viel wie Anfang April.

Mit der Rückzahlung der Stillen Einlagen wird die Bank von diversen Schranken befreit - etwa bei der Vergütung ihrer Spitzenmanager. Zudem kann sie sich nun auf das eigentliche Bankgeschäft konzentrieren. In diesem Jahr hat sich Vorstandschef Martin Blessing vorgenommen, den operativen Gewinn "signifikant" über den Vorjahreswert von 1,4 Milliarden Euro hinaus zu steigern. 2012 soll das Ergebnis dann über die Marke von vier Milliarden Euro klettern. Dazu soll vor allem die Integration der von der Allianz  gekauften Dresdner Bank beitragen.

Analysten hoffen nun auf einen Neuanfang und damit auf eine Erholung der Aktie. Für Cheuvreux-Analyst Cyril Meilland ist die Aktie etwa inzwischen eine der günstigsten in Europa. Equinet-Analyst Philipp Häßler sieht im Papier nun einen "Kauf". Endlich rückten wieder die wirtschaftlichen Fundamentaldaten in den Blick und diese sähen angesichts sinkender Kosten nicht schlecht für das Institut aus.

In den vergangenen vier Jahren hat die Commerzbank-Aktie rund 90 Prozent von ihrem Wert verloren, seit Ankündigung der Kapitalmaßnahmen ging es noch einmal von gut 5 auf zwischenzeitlich weniger als 3 Euro nach unten.

krk/dpa-afx
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