Deutsche Bank Ackermann übertrifft alle Erwartungen

Gute Geschäfte mit Privatkunden haben der Deutschen Bank einen deutlichen Gewinnschub beschert. Im umstrittenen Investmentbanking hat das Geldhaus zudem besser abgeschnitten als die US-Konkurrenz. Bank-Chef Josef Ackermann kommt seinem umstrittenen Renditeziel inzwischen sehr nahe.
25-Prozent-Rendite im Blick: Deutsche-Bank-Chef Ackermann erfreut die Investoren

25-Prozent-Rendite im Blick: Deutsche-Bank-Chef Ackermann erfreut die Investoren

Foto: Arne Dedert/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Auf dem Weg zu ihren ehrgeizigen Zielen ist die Deutsche Bank zu Jahresbeginn einen großen Schritt vorangekommen. Der Gewinn vor Steuern stieg in den ersten drei Monaten des Jahres dank kräftiger Zuwächse im Privatkundengeschäft um 8 Prozent auf drei Milliarden Euro, wie das Institut am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

Unter dem Strich blieben mit 2,1 Milliarden Euro dank einer geringeren Steuerquote fast ein Fünftel mehr als vor einem Jahr übrig. Damit übertraf der deutsche Branchenprimus alle Erwartungen und stellte auch die Ergebnisse von großen Teilen der internationalen Konkurrenz in den Schatten.

Der Quartalsbericht ist bei den Anlegern gut angekommen. Bei Lang & Schwarz kletterte der Kurs um 3 Prozent über den Vortagesschluss von 41,80 Euro und damit an die Dax-Spitze.

"Die Deutsche Bank ist sehr gut ins Jahr gestartet", sagte Bankchef Josef Ackermann. Er bekräftigte sein Prognose, in diesem Jahr im operativen Geschäft erstmals in der Geschichte der Bank mehr zehn Milliarden Euro vor Steuern zu verdienen. Seinem umstrittenen Renditeziel einer Vorsteuerrendite auf das eingesetzte Kapital von 25 Prozent kam er mit 22 Prozent bereits sehr nahe.

Chinesische Hua Xia Bank treibt Konzerngewinn

Im Privatkundengeschäft stieg der Vorsteuergewinn um 431 Prozent auf 978 Millionen Euro. Das lag vor allem an der Ende 2010 übernommenen Postbank  sowie an einem Sondereffekt aus einer Bewertungsumstellung der knapp 20-prozentigen Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank. Aber auch das alte Geschäft der Deutschen Bank  verbuchte Zuwächse.

Der Ausbau des Privatkundengeschäfts ist eines der wichtigsten Vorhaben Ackermanns zum Karriereende bei der Deutschen Bank. Der 63 Jahre alte Manager will vor seinem spätestens Anfang 2013 anstehenden Abschied als Vorstandschef der Bank das lange Zeit von Kritikern als "großes Kasino" gegeißelte Institut unabhängiger vom Investmentbanking machen. Dafür griff er im vergangenen Jahr tief in die Kassen und ließ sich die Postbank mehrere Milliarden Euro kosten.

Postbank liefert deutlichen Teil zum Gewinn zu

Bis Ende März zahlte sich der Schritt aus - mit 221 Millionen Euro steuerte das Bonner Institut schon fast ein Viertel zum gesamten Vorsteuergewinn der Sparte bei. Mit der Übernahme hatte die Deutsche Bank die Zahl der Privatkunden auf 28,8 Millionen fast verdoppelt.

Allerdings ließ die Übernahme auch die Verwaltungskosten um 19 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro steigen. Diese Belastungen will die Deutsche Bank künftig senken. Wie das geschehen soll, ist aber noch unklar. Zum erwarteten Stellenabbau bei der Postbank hält sich die neue Mutter noch bedeckt.

Im Investmentbanking ging der Vorsteuergewinn im ersten Quartal zum außergewöhnlich starken Vorjahreszeitraum lediglich gut 3 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zurück. Damit behauptete sich die Deutsche Bank deutlich besser als die US-Großbanken, die zum Teil kräftige Gewinneinbußen in dieser Sparte hinnehmen mussten.

Vor einem Jahr herrschte noch einer Sonderkonjunktur. Kurs nach der Finanzkrise warf das Investmentbanking weltweit riesige Gewinne ab. Daran konnte nur praktisch nur noch die Deutsche Bank anknüpfen. Konzernchef Ackermann betonte, dass trotzdem die Risiken weiter gesenkt worden seien.

Vermögensverwaltung kehrt in die Gewinnzone zurück

In der Vermögensverwaltung - dem Geschäft mit reichen Kunden und der Fondsgesellschaft DWS - kehrte die Deutsche Bank Anfang des Jahres mit 190 Millionen Euro in die Gewinnzone zurück. Vor einem Jahr hatte vor allem die Übernahme der angeschlagenen Kölner Privatbank Sal. Oppenheim zu fünf Millionen Euro Verlust geführt.

Während das Asset Management netto fünf Milliarden Euro an Mittelabflüssen verzeichnete, flossen der Bank in der privaten Vermögensverwaltung unter dem Strich drei Milliarden Euro zu. Die BHF-Bank, die eigentlich verkauft werden sollte, ist in der Rechnung nicht enthalten. Nach dem Scheitern des Verkaufs wird sie allerdings künftig wieder in das Privatkundengeschäft eingegliedert.

Für die anstehende Verschärfung der Eigenkapitalanforderungen für Banken im so genannten Basel-III-Prozess sieht sich die Deutsche Bank gut gerüstet. Die Quote des harten Kernkapitals (Core Tier 1) stieg bis Ende März im Vergleich zum Wert vom Jahresabschluss 2010 um fast einen Prozentpunkt auf 9,6 Prozent.

nis/dpa-afx/rtr
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