Vorsteuergewinn verdoppelt UBS gewinnt Vertrauen zurück

Die von der Finanzkrise schwer getroffene Schweizer Großbank UBS ist auf Erholungskurs. Im ersten Quartal haben die Kunden dem Institut deutlich mehr Geld zur Verfügung gestellt. Zudem stieg der Gewinn stärker als von Analysten erwartet. Die Aktie verzeichnete einen Kurssprung.
Schweizer Großbank UBS: Einer der größten Verlierer der Finanzkrise

Schweizer Großbank UBS: Einer der größten Verlierer der Finanzkrise

Foto: CHRIS HONDROS/ AFP

Zürich - In den ersten drei Monaten dieses Jahres flossen dem Unternehmen 22,3 Milliarden Schweizer Franken (17,3 Milliarden Euro) zu, wie UBS mitteilte. Das war deutlich mehr als von Analysten erwartet.

"Das zeigt, dass uns die Kunden wieder ihr Vertrauen schenken", sagte Vorstandschef Oswald Grübel. Vor allem aus den asiatischen Schwellenländern kam viel Geld. An der Börse in Zürich haben sich UBS-Aktien mit plus 5,85 Prozent auf 17,56 Franken klar an die Spitze des Stoxx Europe 50 gesetzt.

Die Schweizer Bank zählt zu den größten Verlierern der Finanzkrise und hatte in dieser Zeit viel Kredit bei Anlegern verloren. Vier Mal musste die Bank ihr Kapital erhöhen. Hinzu kam ein Steuerstreit mit den USA, der das Image der UBS  beschädigte. In der Folge zogen die Kunden zig Milliarden aus dem Institut ab, das eigentlich zu den größten Vermögensverwaltern weltweit gehört.

Noch im ersten Quartal 2010 verlor die Bank so 18 Milliarden Franken. Dieser Trend ist nun beendet. Bereits in der zweiten Hälfte vergangenen Jahres floss der Bank wieder Geld zu. Insgesamt verwaltete die Bank Ende März ein Vermögen von 2,2 Billionen Franken, 2 Prozent mehr als drei Monate zuvor.

Vorsteuergewinn um eine Milliarde Euro gestiegen

Auch die Ergebnisse spiegeln den Aufwärtstrend wider. Der Gewinn vor Steuern stieg zu Jahresbeginn im Vergleich zum Schlussquartal 2010 um gut eine Milliarde auf 2,2 Milliarden Franken. Unter dem Strich verdiente die Bank mit 1,8 Milliarden Franken aber nur 7 Prozent mehr. Das lag an negativen Steuereffekten. Der Gewinn habe die Erwartungen der Experten übertroffen, meinte Analyst Michael Dunst von der Commerzbank.

Im Vergleich zum Ergebnis vor zwölf Monaten gab es recht deutliche Rückgänge. Damals herrschte aber noch eine Sonderkonjunktur. Das Investmentbanking warf weltweit kurz nach der Finanzkrise gigantische Gewinne ab, angeheizt vom billigen Geld der Notenbanken. Nun hat sich die Lage in der gesamten Branche weitgehend normalisiert.

Die bei der UBS sogenannte Investment Bank steuerte in den ersten drei Monaten 835 Millionen Franken zum Vorsteuerergebnis bei - 100 Millionen mehr als Ende 2010. Besonders der Handel mit Wertpapieren legte kräftig zu.

Belastet wurde das Ergebnis wiederum von gestiegenen Personalkosten. Das lag vor allem daran, dass die UBS ihren Investmentbankern wieder üppige Boni zahlte - wegen der höheren variablen Vergütung lag der Personalaufwand dieser Sparte mit knapp 1,9 Milliarden Franken rund 600 Millionen über dem Wert von Ende 2010. Im gesamten Konzern stiegen die Personalkosten zum Vorquartal um 17 Prozent auf 4,4 Milliarden Franken. Das waren allerdings 2 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Optimistische Prognose

Seit Ende der Finanzkrise ist die UBS eine der weltweit am höchsten kapitalisierten Banken. Die Kernkapitalquote (Tier 1) - also das Verhältnis der durch Eigenmittel gedeckten Kredite und weiteren Risikoposten in der Bilanz - verbesserte sich zu Jahresbeginn sogar noch um 0,1 Prozentpunkte auf 17,9 Prozent.

Die Schweiz verlangt von ihren Großbanken eine besonders hohe Eigenkapitalausstattung, um das Risiko neuer Finanzkrisen zu senken. Die UBS sieht darin aber einen Wettbewerbsnachteil. Für die Aktionäre bedeutet dies etwa auf absehbare Zeit einen Verzicht auf Dividende.

Die Risiken für die UBS haben sich derweil reduziert. Da das Institut erneut weniger für ausfallende Kredite abschreiben musste, stieg der Gewinn im klassischen Bankgeschäft an.

Für das zweite Quartal gab sich die Bank recht optimistisch. Das Handelsvolumen an den Aktienmärkten dürfte sich in etwa auf dem Stand der ersten Jahresviertels bewegen. Dabei werde es aber weiter hohe Schwankungen geben.

mg/dpa-afx

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