Gewinndelle Goldman Sachs zahlt Buffett aus

Licht und Schatten bei Goldman Sachs: Weil die umstrittene US-Investmentbank ihre milliardenschweren Schulden beim legendären Investor Warren Buffett beglichen hat, brach der Gewinn im ersten Quartal um 72 Prozent ein. Der Aktienkurs des Geldhauses steigt trotzdem.
Goldman-Sachs-Zentrale in New York: Zuletzt geringerer Quartalsgewinn

Goldman-Sachs-Zentrale in New York: Zuletzt geringerer Quartalsgewinn

Foto: BRENDAN MCDERMID/ REUTERS

New York - Der schleppende Anleihehandel sowie die Rückzahlung einer Finanzspritze an Warren Buffett haben den Gewinn der US-Großbank Goldman Sachs  kräftig geschmälert. Im ersten Quartal brach der Gewinn des Geldhauses nach Anteilen Dritter um 72 Prozent auf 908 Millionen Dollar ein.

Im ersten Quartal des vergangenen Jahres hatten die Investmentbanker noch 3,3 Milliarden Dollar verdient. Der Rückgang fiel damit dennoch weniger deutlich aus als von Branchenexperten erwartet.

Analysten sprachen deshalb von einem ermutigenden Signal. Dies sahen die Investoren ebenso: Die Aktie von Goldman Sachs  legte im frühen Handel an der Wall Street rund 3 Prozent zu und zog auch den Gesamtmarkt mit nach oben. Die Quartalseinnahmen bezifferte Goldman auf 11,89 Milliarden Dollar, ein Rückgang von 7 Prozent.

Goldman Sachs kaufte Vorzugsaktien im Besitz von Buffett für fünf Milliarden Dollar zurück, die dieser als Vertrauensbeweis zum Höhepunkt der Finanzkrise übernommen hatte. Dabei wurde eine Sonderdividende von 1,64 Milliarden Dollar an Buffett fällig. Ohne diesen Effekt hätte Goldman Sachs pro Aktie 4,38 Dollar verdient, nun standen unter dem Strich lediglich 1,56 Dollar je Anteilsschein.

Branchenexperten werteten die Quartalszahlen als insgesamt solide und als Hoffnungsschimmer für die in den vergangenen Jahren krisengeschüttelte Branche. "Goldman Sachs ist ein Leithammel, und diese Zahlen werden wahrscheinlich die Sorgen am Finanzmarkt dämpfen", sagte Peter Cardillo von Avalon Partners in New York.

Dieser Einschätzung schloss sich Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co in Hamburg an: "Als Investmentbank ist Goldman ein guter Indikator für das globale Geschäft mit Fusionen und Börsengängen. Deshalb ist dies für den Blick nach vorne insgesamt ermutigend."

kst/rtr/dpa-afx
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