BHF-Bank Ein unwürdiges Ende

Der geplatzte Verkauf der BHF-Bank ist eine schwere Niederlage für die Deutsche Bank. Ein Scheitern des Deals zwischen LGT und Deutscher Bank hatte sich bereits früh abgezeichnet: Zu verschieden waren die Vorstellungen der beiden Partner. Am Ende stellte sich auch noch die Aufsichtsbehörde Bafin quer.
Von Ulric Papendick
Zentrale der BHF-BANK: Die Deutsche Bank wird ihre Tochter nicht los

Zentrale der BHF-BANK: Die Deutsche Bank wird ihre Tochter nicht los

Foto: BHF-BANK

Selbst der in der Regel wortgewandten Pressestelle der Deutschen Bank fällt es schwer, die Niederlage zu kaschieren. "Einen für Deutsche Bank, LGT und BHF-Bank guten Vertrag" habe man vorbereitet, winden sich die Öffentlichkeitsarbeiter von Josef Ackermann in ihrer heutigen Erklärung zum Scheitern des BHF-Bank-Verkaufs. "Nach Gesprächen zwischen den Parteien und mit den zuständigen Aufsichtsbehörden" sei man aber "zu dem Schluss gekommen, die Transaktion nicht weiter zu verfolgen". Einzelheiten zur Zukunft der BHF-Bank, die nunmehr im Konzern verbleiben soll, werde man "baldmöglichst bekannt geben".

Das klingt nicht gerade so, als habe Ackermanns Geldhaus einen überzeugenden Plan B in der Schublade. Dabei zeichnete sich schon länger ab, dass der Deal, über den die Deutsche Bank und die Liechtensteiner LGT seit Monaten exklusiv sprachen, platzen könnte. Zwar scheiterte der Verkauf schlussendlich wohl in erster Linie am Veto der Aufsichtsbehörde Bafin, die der LGT offenbar die erforderliche Genehmigung für den Erwerb der BHF-Bank verweigerte.

Aber die Verhandlungen zwischen dem Frankfurter Branchenprimus und der Fürstenbank aus Liechtenstein standen von Anfang an unter keinem guten Stern. Die Gespräche, berichtete manager magazin schon Mitte Februar, zögen sich hin. Vor allem, weil sich die Teilung der BHF-Bank in der Praxis als kompliziert erweise.

Dort dürfte die Sollbruchstelle gelegen haben: in der Frage, wer die Restrukturierung der BHF-Bank verantworten sollte. Weder der Frankfurter Branchenprimus noch das Fürsteninstitut aus Liechtenstein waren wohl von der Aussicht begeistert, umfangreiche Entlassungen auf die eigenen Kappe zu nehmen. Doch ohne umfangreichen Personalabbau wäre der Deal kaum zu machen gewesen.

Schließlich waren beide Parteien mit grundverschiedenen Vorstellungen in die exklusiven Verkaufsverhandlungen gegangen. Die Deutsche Bank hatte sich darauf festgelegt, die Tochter als Ganzes zu verkaufen. Die LGT hingegen war nur am Private Banking und der Vermögensverwaltung der BHF-Bank interessiert. Was aus Firmenkunden- und Kapitalmarktgeschäft des Frankfurter Instituts werden sollte, war deswegen seit Monaten ungeklärt - obwohl dies die Bereiche der Bank waren, die in der Vergangenheit die höchsten Erträge einspielten.

Hätte sich die Deutsche Bank frühzeitig mit der Vorstellung angefreundet, die BHF-Bank zu teilen, wäre das heutige Desaster vielleicht vermeidbar gewesen. So aber steht der BHF-Bank, einem Institut, das einmal als Perle der deutschen Hochfinanz galt, ein denkbar unwürdiges Ende bevor.

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