WestLB Abschiedsbilanz in Rot

Die WestLB verabschiedet sich mit einem Verlust: Im Jahr vor ihrer drohenden Aufspaltung verzeichnete die drittgrößte deutsche Landesbank 2010 im Konzern einen Fehlbetrag von 240 Millionen Euro. In einem Jahr schon könnte das Institut nur noch Teil einer größeren Bank sein.
WestLB: Verlustreicher Abschied

WestLB: Verlustreicher Abschied

Foto: Martin Gerten/ dpa

Düsseldorf - Die Ära der großen Landesbank WestLB geht mit tiefroten Zahlen zu Ende. Der Düsseldorfer Bankkonzern verbuchte 2010 einen Verlust von 240 Millionen Euro. Immerhin konnte die Bank das Minus eindämmen: Vor Jahresfrist stand noch ein Verlust von über einer halben Milliarde Euro in den Büchern.

Vorstandschef Dietrich Voigtländer hofft nun, eine verkleinerte WestLB-Kernbank mit anderen Landesbanken zusammenlegen zu können. In Finanzkreisen wird es aber für wahrscheinlich gehalten, dass die EU-Kommission auf eine Aufspaltung drängt. Die Ära WestLB neigt sich in jedem Fall ihrem Ende entgegen: Voigtländer erwartet, dass schon in einem Jahr "ein anderes Logo" an der Düsseldorfer WestLB-Zentrale hängen wird.

Die WestLB ringt derzeit gemeinsam mit ihren Eignern und dem Bund mit der EU-Kommission um ihre Zukunft. Den Brüsseler Wettbewerbshütern liegen dazu drei Optionen vor, nach denen die Bank verkleinert, aufgespalten oder verkauft werden könnte. Bei der Aufspaltung soll das einstige Flaggschiff der Landesbanken in eine deutlich kleinere Verbundbank für die Sparkassen verwandelt werden, weitere Teile würden verkauft - und der Rest an die bereits bestehende, Erste Abwicklungsanstalt (EAA) genannte Bad Bank angedockt. Für die dort gelagerten milliardenschweren Risikopapiere garantieren das Land Nordrhein-Westfalen und die beiden regionalen Sparkassenverbände WLGSV und RSGV, die Eigner der Bank.

Die Auslagerung der Papiere hatte die Wettbewerbshüter einmal mehr auf den Plan gerufen - ihnen zufolge sind dabei Beihilfen von 3,4 Milliarden geflossen. Alle drei Varianten, machte Voigtländer deutlich, seien mit Restrukturierungskosten verbunden - die die Bank allein nicht schultern könne. Die Eigner müssten der Bank beispringen. Damit könnte über das Land der Steuerzahler erneut zur Kasse gebeten werden. Mögliche Kosten beziffern wollte Voigtländer aber nicht.

Weniger Sorge bereitet dem WestLB-Chef derzeit der anstehende Stresstest für die Banken. Denn die WestLB hat für ihren Umbau drei Milliarden Euro des Bundes erhalten. Diese können voll dem Kernkapital zugerechnet werden - und damit werde die WestLB den Test aller Voraussicht nach bestehen.

kst/dpa-afx/rtr
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