Donnerstag, 22. August 2019

Dekabank Dividendenaffäre könnte Konsequenzen haben

Deka-Bank in Frankfurt: Gewinnrechnung korrigiert

Die Unregelmäßigkeiten im Aktienhandel der Frankfurter Dekabank haben möglicherweise Konsequenzen auf Vorstandsebene. Der Vertrag von Kapitalmarktvorstand Walter Groll, in dessen Bereich die dubiosen Dividendengeschäfte getätigt wurden, ist bislang nicht verlängert worden.

Hamburg - Anfang April wollen die Verwaltungsräte der Deka entscheiden, ob sie Grolls Vertrag, der in diesem Sommer ausläuft, überhaupt noch erneuern. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (18. März) im Handel erhältlich ist.

Die Unregelmäßigkeiten im Aktienhandel traten nach Informationen von manager magazin bei Geschäften mit der Frankfurter Investmentbank Equinet auf. Als Depotbank diente die Caceis, eine Tochter der französischen Großbank Crédit Agricole. Bei den Aktiendeals im Volumen von mehr als fünf Milliarden Euro kam es im Verlauf der Transaktionen zu Ungereimtheiten. Daraufhin verweigerte der Deka-Wirtschaftsprüfer PwC die nötige Bescheinigung zur steuerlichen Anerkennung; auch die Finanzbehörden signalisierten, dass sie die Geschäfte nicht ohne Weiteres billigen würden. Offenbar besteht der Verdacht, dass es zwischen den Händlern illegale Absprachen gab.

Die Deka musste ihre Gewinnrechnung des vergangenen Jahres infolge der umstrittenen Dividendendeals bereits um 50 Millionen Euro korrigieren. Trotzdem hat der Fondsdienstleister der Sparkassen das Jahr 2010 mit einem Rekordgewinn von 925 Millionen Euro abgeschlossen.

Für die Deka kommt die Affäre zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Anfang April sollen die Verwaltungsräte des Fondshauses der vollständigen Übernahme durch die Sparkassen zustimmen. Zugleich steht neben dem Vertrag von Kapitalmarktvorstand Groll, in dessen Verantwortungsbereich es nun zum wiederholten Mal zu Unregelmäßigkeiten kam, auch der Vertrag von Immobilienvorstand Matthias Danne (51) zur Verlängerung an.

In dessen Ressort droht der Deka ebenfalls ein Verlust: Wegen einer notleidenden Immobilienfinanzierung im US-Skiparadies Aspen musste die Bank bereits rund 50 Millionen Euro wertberichtigen.

© manager magazin 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung