Mittwoch, 21. August 2019

Dax-Spitzenverdiener Winterkorn überholt Ackermann

Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Der mögliche Kronprinz Anshu Jain soll für 2010 zwölf Millionen Euro erhalten

Josef Ackermanns Gehalt ist im Jahr 2010 auf rund neun Millionen Euro gesunken. Damit gibt der Schweizer seine Spitzenposition unter den Topverdienern im Dax an VW-Chef Martin Winterkorn ab. Auch innerhalb der Deutschen Bank ist Ackermann nicht der Spitzenverdiener.

Frankfurt am Main - Mit rund neun Millionen Euro erhält Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann für das vergangene Jahr insgesamt 6 Prozent weniger Gehalt als 2009, wie aus dem am Dienstag vorgelegten Geschäftsbericht des Dax-Konzerns hervorgeht. Damit verdient der Schweizer weniger als Volkswagen-Chef Martin Winterkorn, der nach einem Rekordjahr 9,3 Millionen Euro eingestrichen hat.

Nach der Finanzkrise mussten Banken weltweit ihre Bonussysteme überarbeiten. Die kurzfristige Ausrichtung der Prämien gilt als eine wesentliche Ursache für die Krise, die einige Geldhäuser an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hatte.

Insgesamt verdiente der achtköpfige Vorstand der größten deutschen Bank 45,6 Millionen Euro - gut sechs Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Spitzenverdiener im Führungsgremium ist einmal mehr Investmentbankchef Anshu Jain, der rund zwölf Millionen Euro erhält. Jain gilt als ein möglicher Nachfolger für Ackermann, dessen Vertrag noch bis 2013 läuft.

Der mit Abstand größte Teil der Bezahlung der Banker ist erfolgsabhängig. Bei Ackermann etwa sind 1,65 Millionen Euro fix gewesen - der Rest sind Prämien. Nur gut eine Million Euro der Boni wird aber sofort ausgezahlt, der größte Teil zeitverzögert in Abhängigkeit vom Erfolg der nächsten Jahre.

Kaum Risikopositionen in hoch verschuldeten Euro-Staaten

Derzeit sieht sich die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen auf gutem Weg, ihr Rekordgewinnziel in diesem Jahr zu erreichen. Das Institut peilt in den Kerngeschäftsfeldern ein Vorsteuerergebnis von zehn Milliarden Euro an. Die Erfüllung des Plans hänge von dem erfolgreichen Umbau des Investmentbankings, dem Wettbewerbsumfeld und der Umsetzung des Sparprogramms ab, hieß es. Der Löwenanteil soll vom Investmentbanking kommen. Ackermann wiederholte aber das Ziel, dass mittelfristig die anderen Sparten 40 Prozent der Gewinne liefern sollen.

In den angeschlagenen Euro-Ländern hat die Bank kaum Risikopositionen. Das Nettokreditengagement in Griechenland beträgt 1,6 Milliarden Euro, in Italien sind es acht Milliarden Euro, 2,3 Milliarden Euro in Spanien und 200 Millionen Euro in Irland. Gegenüber Portugal hat die Deutsche Bank sogar gar kein Nettorisiko.

Das Kreditrisiko des Instituts konzentriert sich auf Westeuropa und Nordamerika. Weltweit lag es Ende 2010 Kredite bei 665 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es lediglich 482 Milliarden Euro. Den kräftigen Anstieg der Kredite führte die Bank auf die Konsolidierung der Postbank zurück, die ein Kreditvolumen von 129 Milliarden Euro beisteuerte. Von den 12,1 Milliarden Euro Ausfallrisiko in den angeschlagenen Euro-Staaten stammen 6,9 Milliarden von der Postbank.

mg/rtr/dpa-afx

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