Deutsche Bank Ärger in London und Seoul

Die Deutsche Bank hat in Großbritannien und Südkorea Ärger mit den Behörden. Die Londoner Finanzaufsichtsbehörde verurteilte den Konzern wegen ihrer Kreditvergaberichtlinie zu einer Strafzahlung in Millionenhöhe. Und in Südkorea darf das Geldhaus vorerst keine Derivate mehr handeln.
Deutsche Bank: Deutschlands größte Bank muss eine Million Euro an die britische Finanzaufsichtsbehörde zahlen

Deutsche Bank: Deutschlands größte Bank muss eine Million Euro an die britische Finanzaufsichtsbehörde zahlen

Foto: dapd

London/Seoul - Die Deutsche Bank muss wegen "unverantwortlicher Kreditvergabe-Praktiken" und "unfairen Umgangs mit säumigen Schuldnern" in Großbritannien eine Strafe zahlen. Die Finanzaufsichtsbehörde FSA brummte der Bank die Zahlung von 840.000 Pfund (rund 991.000 Euro) auf. Zusätzlich werden 1,5 Millionen Pfund an Entschädigung für Kunden fällig.

Die Praktiken waren bei dem Londoner Kreditarm Deutsche Bank Mortgages aufgefallen. Die Bank habe unter anderem Hypothekenkredite vergeben, die sich Kunden zwar im Berufsleben hätten leisten können, ihnen aber im Ruhestand absehbar über den Kopf gewachsen seien.

Nach Angaben der Behörde ist die Deutsche Bank  das erste Kreditinstitut in Großbritannien, das wegen solcher Vergehen belangt wird. "Die Firmen müssen verstehen, dass wir laxe Kreditvergabe-Praktiken und unfaire Behandlung von Kunden nicht tolerieren", sagte FSA-Chefin Margaret Cole.

Die Deutsche Bank sprach in einer Mitteilung von einer "Vereinbarung" mit der Behörde. DB Mortgages sei bereits 2008 abgewickelt worden und nicht mehr im Kreditvergabegeschäft aktiv.

Auch in Südkorea hat die Bank Probleme mit den Behörden. Nach Einschätzung der südkoreanischen Börsenaufsicht hat das Institut von unfairem Handel profitiert und damit Gewinne in Millionenhöhe erzielt. Bei einer Tochter der Deutschen Bank werde daher der Handel mit Derivaten für sechs Monate ausgesetzt, teilte die Börsenaufsicht mit.

Einige Mitarbeiter des Unternehmens seien an Marktmanipulationen beteiligt. Südkorea hatte zuvor untersucht, ob Deutsche-Bank-Töchter im November einen Kurssturz an der Seouler Börse ausgelöst hatten. Minuten vor Handelsschluss wurden von Deutsche-Bank-Konten aus Aktien im Milliardenwert verkauft.

Am 11. November liefen viele Optionen aus. Eine einzige Transaktion in der letzten Handelsminute, die allein 14 Prozent des Handelsvolumens an dem Tag ausmachte, hatte den Aktienindex um 2,4 Prozent gedrückt.

mg/dpa-afx/rtr
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