Samstag, 21. September 2019

Milliardengewinn Commerzbank will Staatshilfe zurückzahlen

Commerzbank-Chef Blessing: "Wir werden uns nicht mit dem Erreichen der 2012er-Ziele zufrieden geben"

Die staatlich gestützte Commerzbank hat 2010 wieder einen Milliardengewinn eingefahren. Bankchef Martin Blessing setzt sich nun hohe Ziele: 2011 soll ein signifikanter Teil der Staatshilfe zurückgezahlt und der Gewinn deutlich gesteigert werden.

Frankfurt am Main - "Wir wollen die Stillen Einlagen des Soffin bereits 2011 um einen signifikanten Betrag zurückführen", erklärte Commerzbank-Chef Martin Blessing. Der Staat stützt den Dax-Konzern über den Bankenrettungsfonds Soffin derzeit noch mit Stillen Einlagen in Höhe von 16,2 Milliarden Euro. Zudem ist der Bund mit 25 Prozent plus einer Aktie größter Einzelaktionär der zweitgrößten deutschen Bank. Mit den Steuergeldern sicherte der Staat die Übernahme der Dresdner Bank ab.

Das Jahr 2010 schloss die Commerzbank mit 1,4 Milliarden Euro Überschuss ab. Damit schaffte der Konzern zumindest gemessen am internationalen Bilanzstandard IFRS die Trendwende: Ein Jahr zuvor standen 4,5 Milliarden Euro Verlust in den Büchern.

Aktionäre reagierten erfreut auf die Zahlen. Die Aktie der Commerzbank Börsen-Chart zeigen war im frühen Handel mit einem Plus von mehr als 2 Prozent einer der größten Gewinner im Dax.

Zinsen auf die geliehenen Steuergelder zahlt die Commerzbank dennoch nicht: Der für die Zinszahlung maßgebliche Einzelabschluss der Commerzbank AG nach Handelsgesetzbuch (HGB) fiel tiefrot aus. Eine Abschreibung von 1,9 Milliarden Euro auf den Buchwert der Eurohypo sorgte unter dem Strich nach HGB für 1,2 Milliarden Euro Verlust.

Blessing legt Messlatte höher

Damit entgehen dem Staat auch für 2010 rund 1,5 Milliarden Euro Zinszahlungen. Doch Blessing versicherte: "Es ist auch unser Anspruch, die Stillen Einlagen des Soffin für 2011 zu bedienen oder umgangssprachlich 'zu verzinsen'." Vieles hänge aber davon ab, wie sich die Schuldenkrise in Europa und die Folgen der weltweiten Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise weiter entwickelten. Die Bank selbst will ihren operativen Gewinn 2011 deutlich steigern.

Blessing bestätigte zudem die von Experten als ehrgeizig eingestuften Ziele für 2012 und will sich damit nicht zufrieden geben. "Wir werden uns nicht mit dem Erreichen der 2012er-Ziele zufrieden geben. Im Gegenteil: Wir haben uns schon jetzt für die Zeit danach eine weitere deutliche Ergebnissteigerung vorgenommen. Und wir werden auch alles daran setzen, dass der Bund sein Engagement insgesamt positiv abschließt."

Die teilverstaatlichte Commerzbank will 2012 operativ mehr als vier Milliarden Euro verdienen. Das wären rund 2,6 Milliarden Euro mehr als 2010. Dazu sollen die Kosten um weitere bis zu 1,1 Milliarden Euro sinken. Bei den Erträgen hofft Blessing auf ein Plus von bis zu einer Milliarde Euro und zudem soll die Risikovorsorge weiter sinken.

mg/dpa-afx

© manager magazin 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung