Berliner Bankenaffäre Ex-Chef Landowsky freigesprochen

Der frühere Berlin-Hyp-Chef Klaus-Rüdiger Landowsky ist von dem Vorwurf der Untreue freigesprochen worden. Der CDU-Politiker hatte immer seine Unschuld beteuert, zuletzt hatte sogar die Staatsanwaltschaft für einen Freispruch plädiert.
CDU-Politiker Landowsky: Eine Schlüsselfigur im Berliner Bankenprozess

CDU-Politiker Landowsky: Eine Schlüsselfigur im Berliner Bankenprozess

Foto: ddp

Berlin - Im zweiten großen Prozess um die Berliner Bankenaffäre hat das Berliner Landgericht den früheren CDU-Politiker und Ex-Bankmanager Klaus Landowsky erwartungsgemäß vom Vorwurf der Untreue freigesprochen. Auch elf weitere Ex-Banker bekamen am Montag Freisprüche. Sie mussten sich wegen Immobilienfonds einer Tochter der Bankgesellschaft verantworten, die dem damals landeseigenen Unternehmen Verluste in Millionenhöhe eingebracht haben sollen.

Der 68-jährige Landowsky, früher einflussreicher Chef der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, hatte einen Schaden für das Land Berlin stets bestritten und der Anklagebehörde einen politischen Prozess gegen ihn vorgeworfen. Die Bankenaffäre hatte vor zehn Jahren zum Bruch der CDU/SPD-Senatskoalition geführt, in dessen Folge Klaus Wowereit (SPD) Regierender Bürgermeister in Berlin wurde.

Im Verfahren ging es um zwei sogenannte Rundum-Sorglos-Fonds, die Mitte der 90er Jahre aufgelegt worden waren. Sie boten den Zeichnern Mietgarantien von 25 Jahren sowie Steuervorteile, obwohl der Immobilienmarkt bereits seit 1995 rückläufig war. Die Anklage ging ursprünglich davon aus, dass der Bankgesellschaft dadurch umgerechnet ein Schaden von rund 58 Millionen Euro entstanden sei und sprach von einer weiteren Vermögensgefährdung von 38,6 Millionen Euro.

Die Staatsanwaltschaft hat bereits Revision angekündigt. Auch die Anklagebehörde hatte zuletzt auf Freispruch plädiert, weil sie im Prozess keinen konkreten Schaden habe nachweisen können. Die Staatsanwaltschaft sieht aber weiterhin Pflichtverletzungen von Landowsky als früheren Vorstandsvorsitzenden der Berlin-Hannoverschen Hypothekenbank AG (Berlin Hyp).

Ein erster Untreueprozess gegen Landowsky soll vor dem Landgericht frühestens im Sommer wiederholt werden. Das Bundesverfassungsgericht hatte die Verurteilung zu 16 Monaten Haft auf Bewährung wegen Untreue vom März 2007 aufgehoben, nun muss der Fall neu verhandelt werden.

mg/dpa-afx/dapd
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