Milliardengewinn UBS schreibt wieder schwarze Zahlen

Die Schweizer Großbank UBS hat erstmals seit drei Jahren wieder schwarze Zahlen geschrieben. Die Bank hatte zwischen 2007 und 2009 Verluste von knapp 30 Milliarden Franken angehäuft und zählt zu den größten Verlierern der Finanzkrise. Inzwischen sorgen Anleger aus Schwellenländern wieder für einen leicht steigenden Geldzufluss.
UBS: Die Finanzkrise und der Steuerstreit in den USA haben der Schweizer Großbank schwer zugesetzt. Nun stehen die Zeichen auf Erholung

UBS: Die Finanzkrise und der Steuerstreit in den USA haben der Schweizer Großbank schwer zugesetzt. Nun stehen die Zeichen auf Erholung

Foto: Walter Bieri/ AP

Zürich - Die Schweizer Großbank UBS befreit sich immer weiter aus der tiefsten Krise ihrer Unternehmensgeschichte. Zum ersten Mal seit drei Jahren schrieb die UBS  wieder schwarze Zahlen. Der Überschuss betrug im vergangenen Jahr 7,2 Milliarden Schweizer Franken, wie die Bank am Dienstag in Zürich mitteilte.

Der Gewinn im vergangenen Jahr lag leicht unter den Erwartungen der Experten - allerdings konnte die Bank wieder mehr Geld einsammeln als prognostiziert.

Am Markt wurden die Zahlen positiv aufgenommen. Am Mittag lag die Aktie der UBS an der Börse in Zürich mit 0,97 Prozent im Plus bei 17,67 Franken. Die Händler äußerten sich zwar enttäuscht von den Zahlen, weil die UBS die Erwartungen speziell bei der Nettoneugeld-Entwicklung in der Vermögensverwaltung verfehlte. Dennoch honorierten andere Händler trotz der verfehlten Erwartungen auch den grundsätzlichen Sprung ins Plus.

Mehr Nettoneugeld im letzten Quartal 2010

Das Nettoneugeld ist für die Bank von großer Bedeutung. Das weltweit zu den größten Vermögensverwaltern zählende Institut hatte unter anderem wegen eines Steuerstreits in den USA massiv an Kundenvertrauen verloren, die daraufhin Gelder in Milliardenhöhe abzogen. Die Bank zählt zu den größten Verlierern der Finanzkrise und hatte zwischen 2007 und 2009 Verluste von knapp 30 Milliarden Franken angehäuft.

Im vierten Quartal habe es wieder vermehrte Kundenaktivitäten gegeben, berichtete die Bank. Die Situation bei den Nettoneugeldern habe sich stabilisiert. Der Nettoneugeldzufluss stieg in den letzten drei Monaten auf 7,1 Milliarden Franken im Vergleich zu 1,2 Milliarden Franken im dritten Quartal.

Neues Geld kam zwar auch aus der Schweiz, aber zu bedeutenden Teilen auch aus Asien und Schwellenländern. Bankchef Oswald Grübel rechnet hier auch im ersten Quartal des neuen Jahres mit weiteren Fortschritten.

Verzicht auf Dividende

Eine Dividende werde die Bank für 2010 wie erwartet nicht auszahlen. Die Gewinne würden wie zuletzt angekündigt einbehalten, um den Kapitalanforderungen gerecht zu werden. Die BIZ-Kernkapitalquote steigerte die Bank bis Ende 2010 bereits auf 17,7 Prozent.

In der Investmentbanking-Sparte wies UBS zwar wieder einen Gewinn vor Steuern aus, nachdem im Quartal davor ein Minus vor dem Ergebnis stand. Mit nur 75 Millionen Franken enttäuschte die Bank allerdings die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 381 Millionen Franken gerechnet hatten. Im dritten Quartal wies UBS hier noch ein Minus von rund 400 Millionen Franken aus. Für 2011 geht die Bank hier von einer "gewissen Verbesserung beim Handelsergebnis" aus - abhängig von den Marktumständen und den Kundenaktivitäten.

la/dpa-afx
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