Kurssturz in Seoul Deutsche Bank im Visier der Finanzaufsicht

Nach einem Kurseinbruch an der Börse in Seoul im vergangenen November ermitteln die Behörden in Südkorea gegen die Deutsche Bank. Es geht um mögliche Marktmanipulationen in Hongkong und Seoul.
Börse in Seoul: Die Finanzaufsicht in Südkorea prüft, ob die Deutsche Bank womöglich den Kurzsturz im vergangenen November mit zu verantworten hat

Börse in Seoul: Die Finanzaufsicht in Südkorea prüft, ob die Deutsche Bank womöglich den Kurzsturz im vergangenen November mit zu verantworten hat

Foto: Jeon Heon-Kyun/ dpa

Seoul - Die Finanzaufsicht in Südkorea untersucht die Rolle der Deutschen Bank bei einem ungewöhnlich starken Kursverfall an der Börse im November. Die Behörden prüften, ob Abteilungen der Bank in Hongkong und in Südkorea durch Marktmanipulationen oder unfaire Handelspraktiken den Kurssturz ausgelöst hätten, sagte ein Sprecher der Finanzaufsicht am Montag in Seoul. Ergebnisse der Untersuchung sollten voraussichtlich Ende Februar bekannt gegeben werden. Die Deutsche Bank wollte keine Stellung nehmen.

Der Kospi-Index an der Börse in Seoul war am 11. November in den letzten zehn Handelsminuten um 48 Punkte gefallen. In diesen zehn Minuten waren Verkaufsaufträge im Wert von umgerechnet 1,6 Millionen Euro von ausländischen Investoren platziert worden - ein Großteil davon über die Deutsche Bank.

Am morgigen Dienstag indes muss sich die Deutsche Bank vor dem Bundesgerichtshof verantworten. Das Gericht hat die Frage zu klären, ob Deutschlands größte Bank mit sogenannten Swap-Geschäften wissentlich Kommunen und Mittelständler abkassierte - oder ob Kämmerern und Finanzverantwortlichen der Firmen klar war, auf welches Risiko sie sich einließen (Az.: XI ZR 33/10).

Der konkrete Fall ist nur einer von etwa zwei Dutzend in diesem Streit, mit denen sich Deutschlands Gerichte seit Jahren herumschlagen. Ein Unternehmen aus Hessen verlangt von der Deutschen Bank Schadenersatz nebst Zinsen für Einbußen von rund 540.000 Euro. Der Mittelständler fühlt sich falsch beraten und arglistig über Chancen und Risiken getäuscht.

rei/afp/dpa
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