Mittwoch, 11. Dezember 2019

Korruption BayernLB will 200 Millionen von Gribkowsky

Geld in Stiftung gebunkert: Der gefeuerte Risikomanager Gribkowsky soll bei Geschäften mit der Formel 1 ein Vermögen kassiert haben. Außerdem fordert die BayernLB Schadenersatz von ihrem Ex-Vorstand wegen des HGAA-Desasters

Die BayernLB verlangt von ihrem Ex-Risikovorstand Gerhard Gribkowsky 200 Millionen Euro Schadenersatz. Es ist die höchste Forderung, die je gegen einen deutschen Bankmanager erhoben wurde. Gribkowsky sitzt bereits wegen Korruptionsverdacht in anderer Sache in Haft.

Berlin/ München - Bayerns Landesbank verlangt nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" 200 Millionen Euro Schadenersatz von ihrem früheren Risikovorstand Gerhard Gribkowsky. Der Ex-Banker, der wegen Korruptionsverdacht in Untersuchungshaft sitzt, soll für das Desaster bei der österreichischen Hypo Alpe Adria mitverantwortlich sein, berichtet das Blatt. Dabei hatte die BayernLB 3,7 Milliarden Euro verloren.

Bei der Schadenersatzforderung handelt es sich dem Bericht zufolge um die höchste, die bislang gegen einen Bank-Manager in Deutschland erhoben wurde, nachdem etliche große Kreditinstitute im Zuge der Finanzkrise horrende Ausfälle wegen riskanter Geschäfte zu verkraften hatten. Die BayernLB wolle gegen insgesamt acht frühere Vorstandsmitglieder einschließlich Ex-Bankchef Werner Schmidt vorgehen, schreibt das Blatt.

50 Millionen Einnahmen durch ominöse Geschäfte mit der Formel 1

Die Klage gegen Gribkowksy soll demnach vorgezogen werden, um Zugriff auf das Vermögen in Höhe von 25 Millionen Euro zu erhalten, das in einer von dem früheren Risikovorstand betriebenen österreichischen Privatstiftung mit dem Namen "Sonnenschein" liegen soll. Gribkowsky steht in dem Verdacht, bei Geschäften mit der Formel 1 heimlich ein Vermögen verdient und in der Stiftung vor der Landesbank und dem deutschen Fiskus versteckt zu haben.

Der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) sagte der "Süddeutschen Zeitung", man habe "unverzüglich gehandelt", um den Zugriff auf das Vermögen von Gribkowskys Privatstiftung zu sichern. Das werde man in enger Abstimmung mit der Münchner Staatsanwaltschaft, die gegen Gribkowsky ermittelt, auch weiter vorantreiben.

Fahrenschon hatte dem Landtag gleich nach Bekanntwerden von Gribkowskys heimlichen Geschäften mitgeteilt, das Finanzministerium habe davon nichts gewusst. Nun werde geprüft, ob sich zusätzlich zum Fall Hypo Alpe Adria weitere Schadenersatzansprüche gegen Gribkowsky ergeben könnten.

rei/dpa-afx

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