US-Geldhäuser J.P. Morgan stürmt aus der Krise

Die US-Großbank J.P. Morgan hat am Ende des Jahres noch einmal gut verdient. 4,8 Milliarden US-Dollar blieben dem Branchenprimus im Schlussquartal. Das ist ein Anstieg von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Aktienkurs des Unternehmens stieg prompt.
Zentrale in New York: J.P. Morgan legt deutlich zu

Zentrale in New York: J.P. Morgan legt deutlich zu

Foto: SHANNON STAPLETON/ REUTERS

New York - Dank sinkender Kreditausfälle hat die zweitgrößte US-Bank JP Morgan Chase im vierten Quartal ihren Gewinn fast verdoppelt. Der Überschuss stieg in den vergangenen drei Monaten um 47 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar, wie das Geldhaus am Freitag mitteilte. Je Aktie lag der Gewinn bei 1,12 Dollar. Die Einnahmen legten um rund 6 Prozent auf 26,7 Milliarden Dollar zu. Analysten hatten mit einem Gewinn von 1,00 Dollar je Aktie und Einnahmen von 24,37 Milliarden Dollar gerechnet. Die meisten Geschäfte hätten sich gut entwickelt, sagte Bankchef Jamie Dimon dann auch am Freitag in New York.

Der Bank kommt vor allem zugute, dass die US-Amerikaner ihre Kredite wieder zuverlässiger abstottern. Die Arbeitslosigkeit geht allmählich zurück, die Menschen haben wieder mehr Geld in der Tasche. J.P. Morgan musste noch 3,0 Milliarden Dollar für faule Kredite zurückstellen - nach fast der dreifachen Summe vor einem Jahr. Bei den Hypotheken seien die Ausfälle aber immer noch "abnormal hoch", sagte Dimon.

J.P. Morgan gehört zu den Gewinnern der Finanzkrise. Der weit verzweigte Finanzriese schrieb durchgängig Gewinne, während viele Konkurrenten vom Staat gestützt werden mussten oder pleite gingen. JPMorgan übernahm die angeschlagene Investmentbank Bear Stearns genauso sowie die zusammengebrochene US-Sparkasse Washington Mutual. Die Bank stehe stärker da als jemals zuvor, sagte Dimon. Vorbörslich stieg der Kurs.

J.P. Morgan ist die erste US-Großbank, die ihre Bilanz veröffentlicht. Angesichts ihrer breiten Aufstellung vom Investmentbanking bis hin zum Privatkundengeschäft gilt sie als Barometer für die gesamte Branche.

kst/rtr/dpa-afx
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