Dienstag, 17. September 2019

Kapitalerhöhung Commerzbank sammelt frisches Geld

Kapitalerhöhung: Die Commerzbank erhöht ihr Grundkapital um knapp 10 Prozent

Die teilverstaatlichte Commerzbank wagt sich mit einer ersten Kapitalerhöhung aus der Deckung. Mit der Ausgabe neuer Aktien sollen Eigentümer von Hybridkapital ausbezahlt werden und die Kapitalstruktur verbessert werden.

Frankfurt am Main - Mit der Platzierung von bis zu 118 Millionen Aktien bei institutionellen Investoren will sich die im Zuge der Finanzkrise fast zusammengebrochene Commerzbank Geld ins Haus holen, um damit Eigentümer von eigenkapitalähnlichen Papieren (Hybridkapital) auszuzahlen. Durch die Ausgabe der neuen Aktien steigt das Grundkapital der Bank um knapp 10 Prozent.

Der Staat soll trotz der Ausgabe der neuen Aktien mit mehr als einem Viertel an der zweitgrößten Bank Deutschlands beteiligt bleiben. Dazu solle ein entsprechender Teil der Stillen Einlagen von 16,2 Milliarden Euro des staatlichen Rettungsfonds Soffin in Aktien gewandelt werden, teilte die Bank mit.

Mit diesem ersten Schritt testet die Bank auch die Aufnahmefähigkeit der Aktienmärkte. Über eine Kapitalerhöhung der Bank wurde seit längerem spekuliert - letztlich scheiterte sie aber immer an der nach wie vor labilen Lage der Bank und der Finanzmärkte.

Commerzbank wird voraussichtlich 600 Millionen Euro einnehmen

Durch den jetzigen Schritt bessert sich die Kapitalstruktur der Bank im Bezug auf die strengeren Regeln für die Banken (Basel III), zudem sinken die zukünftigen Finanzierungskosten etwas. Auf das Ergebnis hat die Transaktion daher einen einmalig positiven Effekt. Kreisen zufolge beläuft sich dieser auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

Eine größere Kapitalerhöhung, die unter anderem zur Rückzahlung von Staatsgeldern genutzt werden könnte, ist vorerst nicht vorgesehen. "Die Commerzbank Börsen-Chart zeigen plant nicht, im ersten Quartal 2011 weiteres Kapital aufzunehmen oder eine weitere Kapitalerhöhung bekanntzugeben", sagte ein Commerzbank-Sprecher. "Wir halten uns jedoch für die Zukunft alle Optionen für weitere Kapitalmaßnahmen offen."

Bei der aktuellen Aktienausgabe sollen die neuen Papiere Händlern zufolge für 5,15 bis 5,35 Euro je Stück platziert werden. Die Kapitalerhöhung würde damit etwas mehr als 600 Millionen Euro bringen. Das Papier der Commerzbank verbilligte sich im frühen Handel als schwächster Dax-Wert um knapp 3 Prozent auf 5,47 Euro.

mg/dpa-afx/rtr

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