Neuordnung Sparkassen übernehmen Dekabank

Der Fondsdienstleister Dekabank wird offenbar komplett von den Sparkassen übernommen. Medienberichten zufolge werden die Landesbanken ihre Anteile im Wert von rund zwei Milliarden Euro verkaufen.
Rund 4,7 Milliarden Euro wert: Die Sparkassen übernehmen von den Landesbanken laut Medienberichten die Hälfte der Anteile

Rund 4,7 Milliarden Euro wert: Die Sparkassen übernehmen von den Landesbanken laut Medienberichten die Hälfte der Anteile

Foto: Arno Burgi/ picture-alliance/ dpa

Frankfurt am Main - Die deutschen Landesbanken verkaufen nach monatelangen Verhandlungen ihre Anteile an dem Fondsdienstleister Dekabank an die Sparkassen, die bisher lediglich die Hälfte der Anteile halten. Darauf hätten sich Landesbanken und Sparkassen grundsätzlich geeinigt, sagten mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen.

Ein Sprecher des Sparkassenverbands DSGV wollte den Durchbruch nicht bestätigen, sagte aber: "Die Gespräche über den Erwerb der Deka-Anteile durch die Sparkassen sind auf einem sehr guten Weg." Die Dekabank wollte sich zum Sachstand nicht äußern. Von der Einigung hatten zuvor auch "Financial Times Deutschland", "Handelsblatt" und "Börsen-Zeitung" berichtet.

Die Deka werde mit 4,7 Milliarden Euro bewertet, hieß es in den Kreisen. Sie werde aus ihrem Eigenkapital zunächst für eine Milliarde Euro selbst Anteile von den Landesbanken kaufen. Die Sparkassen nähmen den Landesbanken für weitere 1,3 Milliarden Euro Anteile ab. Die Transaktion solle rückwirkend zum 1. Januar gelten.

Dem "Handelsblatt" zufolge soll die Einigung den zwölf Regionalverbänden der Sparkassen am kommenden Mittwoch offiziell erläutert werden. Dann dürfte es auch um die Frage gehen, wie stark sich die einzelnen Verbände jeweils bei der Dekabank engagieren wollen.

OSV will Anteil offenbar auf 10 Prozent ausbauen

So will der Ostdeutsche Sparkassenverband seinen bislang knapp zweiprozentigen Anteil an der Deka auf etwa 10 Prozent ausbauen, wie einer der Insider sagte. Der OSV erklärte lediglich: "Wir beteiligen uns konstruktiv an Gesprächen. Es gibt aber noch keine Entscheidungen."

Um eine neue Eignerstruktur bei der Dekabank wird seit Jahren gerungen. Die meisten Landesbanken wollen bei der Deka aussteigen, strittig war unter anderem der Preis. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und WestLB müssen sich auf Druck der EU im Gegenzug für staatliche Hilfen von ihren Anteilen trennen.

Deshalb spielt die Zukunft der Deka eine wichtige Rolle bei der vom Bund geforderten Konsolidierung der Landesbanken. Dabei ist ein Bündnis aus Dekabank und der Helaba mit der zum Verkauf stehenden WestLB und eventuell der NordLB in der Diskussion - ein sogenanntes "Modell Mitte". Für die Sparkassen wäre die Dekabank das zweite Institut nach der Landesbank Berlin, das alleine von ihnen kontrolliert wird.

Dem "Handelsblatt" zufolge hat sich eine kleine Verhandlungskommission auf das neue Modell verständigt. Sie bestehe aus dem Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, dem Chef des ostdeutschen Sparkassenverbandes, Claus Friedrich Holtmann, dem LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter, dem Vorstandschef der NordLB, Gunter Dunkel, sowie dem obersten Vertreter der Sparkassen beim DSGV, Helmut Schleweis.

mg/rtr
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