Allied Irish Bank Irische Regierung stoppt Bankerboni

Die irische Regierung hat die Pläne der krisengeschüttelten Allied Irish Bank für Bonuszahlungen in Millionenhöhe an ihre Mitarbeiter gestoppt. Andernfalls hätte die Bank Staatshilfe zurückzahlen müssen, statt die benötigte neue Kapitalspritze zu bekommen. Die Bank reagierte erfreut.
Öffentlicher Unmut: Demonstration in Dublin gegen "Bankermarionetten" Premier Brian Cowen (l.) und Finanzminister Brian Lenihan

Öffentlicher Unmut: Demonstration in Dublin gegen "Bankermarionetten" Premier Brian Cowen (l.) und Finanzminister Brian Lenihan

Foto: PETER MUHLY/ AFP

Dublin - Irlands Finanzminister Brian Lenihan habe der Bank in einem Brief gedroht, Staatshilfen zurückzuziehen, falls sie wie geplant Boni auszahle, hieß es in einer Mitteilung der Allied Irish Bank (AIB). Ohne die Staatshilfen würde die Bank heute nicht mehr existieren, betonte Lenihan. Für die Umsetzung dieser Entscheidung ist laut AIB allerdings eine Gesetzesänderung nötig.

Die Bank selber reagierte erfreut auf die Anweisungen Lenihans: Zuvor habe man den juristischen Ratschlag bekommen, sich an bestehende Vertragsbedingungen zu halten und das Geld zu zahlen. Dazu sei man verpflichtet. Jetzt sei man "erleichtert", dass man dies nicht tun müsse, sagte AIB-Chef David Hodgkinson laut Mitteilung.

Die irische Regierung will nun nach eigenen Angaben schon in der kommenden Woche eine Änderung dieser Vorgaben auf den Weg bringen. Auf diese Ankündigung bezog sich nun auch die Bank, die davon ausgeht, dass die bisherige Rechtslage damit "überholt" sei. Lenihan hatte in der vergangenen Woche zudem eine 90-prozentige Steuer auf Bankerboni angekündigt; diese wäre allerdings nicht rückwirkend gültig gewesen.

Einem Bericht der "Financial Times" (FT) vom Dienstag zufolge haben Mitarbeiter Klage erhoben, um die Bonuszahlungen in Höhe von 40 Millionen Euro von der Bank zu bekommen. Diese gelten für die Zeit vor der Bankenrettung im Jahr 2008, für 2009 und 2010 gab es kein Extrageld. AIB gehört laut FT zu 18 Prozent dem irischen Staat. Laut einem Bericht der Zeitung "Irish Independent" vom Dienstag könnte sich dieser Anteil aber noch vor Weihnachten deutlich erhöhen.

"Die Bank ist außerordentlich erfreut über die Unterstützung, die sie bislang vom Staat und den irischen Steuerzahlern bekommen hat und räumt ein, dass sie darauf noch einige Zeit lang angewiesen sein wird", schreibt die AIB in ihrer Mitteilung weiter.

Die angekündigten Bonuszahlungen hatten für großen Unmut bei den Iren gesorgt. Der irische Steuerzahler musste die AIB bislang mit 3,5 Milliarden Euro stützen, insgesamt schoss der Staat dem Finanzsektor in Irland 50 Milliarden Euro zu. Die massiven Hilfen für den Bankensektor in Irland hatten auch die Neuverschuldung des Staates explodieren lassen und dazu geführt, dass sich Irland schließlich unter den Euro-Schutzschirm flüchtete.

ak/dpa-afx/afp
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