Samstag, 21. September 2019

BayernLB Wer braucht diese Bank?

Hilfe von oben? Finanzminister Fahrenschon wartet auf einen Käufer für die Landesbank

Die BayernLB sucht weiter nach Partnern. Ihr Chefaufseher, der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon, hält auch ein "Projekt Mitte" für interessant - sodass neben der LBBW auch die hessische Helaba im Spiel bleibt. Auch die Sparkassen könnten künftig stärker in die Refinanzierung eingebunden werden.

München - Er könnte auch Bankmanager sein: Georg Fahrenschon, 42, Ökonom, seit zwei Jahren Finanzminister im Freistaat, spricht schnell und sachlich, bewegt sich locker in komplexen Zusammenhängen und spart sich die üblichen Floskeln bayerischer Selbstzufriedenheit. Vor dem Münchener Club Wirtschaftspresse sagte er über die Bayerische Landesbank, deren Aufsichtsratschef er ist: "Die Idee ihrer weiteren Eigenständigkeit löst keine Blütenträume aus".

Allein bräuchte die bayerische Landesbank viel zu lange, um die zehn Milliarden Euro zu begleichen, die der bayerische Steuerzahler ihr als Eigenkapitalspritze zur Verfügung gestellt habe. Die Bank habe eine Chance, könne sich aber einer weiteren Neuausrichtung nicht verschließen. Nach dem Scheitern der Fusion von BayernLB und Düsseldorfer WestLB Anfang November war spekuliert worden, die BayernLB (330 Milliarden Euro Bilanzsumme) mit Gerd Häusler an der Spitze wolle allein weitermachen.

"Weitere Fusionsüberlegungen nicht ausschließen"

Zur Zukunft der BayernLB sagte Fahrenschon vor Journalisten: "Ich will weitere Fusionsüberlegungen im süddeutschen Raum nicht ausschließen". Dabei zählt er nicht nur die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zum "Süden", sondern offenbar auch Hessen mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Beide Wettbewerber halten zusammen rund 20 Prozent an der Dekabank - einem großen Vermögensverwalter, an dem die Sparkassen zu 50 Prozent beteiligt sind.

"Alles rund um die Helaba und die Deka herum sieht interessant aus", sagte Fahrenschon. Er räumte allerdings ein, beim "Projekt Mitte" bisher nicht eingeladen worden zu sein. Bei diesem Projekt sollen dem Vernehmen nach WestLB, Helaba und Dekabank an einem Zusammengehen feilen, um später auch die LBBW ins Boot zu holen.

"Wenn ein gutes Konzept vorliegt, könnte ich mir vorstellen, dass auch die bayerischen Sparkassen ihre Anteile verbessern", sagte Fahrenschon weiter. Ihr direkter Anteil an der BayernLB - früher bei 50 Prozent - beträgt jetzt nur noch 4 Prozent. Infolge der Finanzmarktkrise und der verlustreichen Rückgabe der Tochter Hypo Group Alpe Adria an Österreich hat der Freistaat seine Anteile an der BayernLB auf 96 Prozent erhöht. Die bayerischen Sparkassen halten aber in großem Umfang stille Einlagen bei der BayernLB, die zwar nicht verzinst, aber auch nicht kündbar sind.

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