Donnerstag, 18. April 2019

Schwacher Wertpapierhandel Gewinn von Goldman Sachs bricht ein

Goldman-Sachs-Stand an der New Yorker Börse: Der Handel mit Aktien und Anleihen lief bei der US-Bank zuletzt eher mau.

Die Banker des US-Instituts Goldman Sachs dürften zurzeit neidisch zum großen Konkurrenten JP Morgan schauen, der in der vergangenen Woche einen beeindruckenden Rekord-Quartalsgewinn bekanntgab. So gut läuft es bei Goldman derzeit längst nicht.

Goldman-Chef David Solomon

Vielmehr hat die Bank die Schwäche im Handel mit Anleihen und Aktien sowie höhere Rückstellungen für faule Kredite zuletzt voll zu spüren bekommen. Folge: Der Nettogewinn von Goldman Sachs brach im ersten Quartal um ein Fünftel auf 2,18 Milliarden Dollar ein, wie das Geldhaus am Montag mitteilte. Der Regierungsstillstand in den USA sowie der Handelskonflikt zwischen den USA und China drückten der Bank zufolge auf die Handelsaktivitäten der Kunden. Die Konzernerträge gingen um 13 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar zurück. Im Aktienhandel fielen die Einnahmen um 24 Prozent, im Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen sanken sie um 11 Prozent.

Mit den Zahlen bleib das Institut zum Teil hinter den Erwartungen von Analysten zurück. Die Aktien von Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen notierten nach der Veröffentlichung im vorbörslichen US-Handel mit 0,6 Prozent im Minus.

"Wir sind mit unserer Leistung im ersten Quartal zufrieden", sagte Konzernchef David M. Solomon trotz allem. In den Kerngeschäften habe die Investmentbank solide Ergebnisse abgeliefert. Goldman ist stärker von den Entwicklungen an den Märkten abhängig als der Branchenprimus JP Morgan, der sich auf ein starkes Geschäft mit Verbrauchern stützen kann.

Goldman versucht sich seit einigen Jahren breiter aufzustellen und baut seine Online-Bank Marcus aus, die etwa relativ hoch verzinste Sparkonten für Privatkunden im Angebot hat. Doch vor allem wegen höherer Kreditausfälle bei Verbraucherdarlehen schnellten die Rückstellungen für Kreditausfälle im ersten Quartal auf 224 (Vorjahresquartal: 44) Millionen Dollar in die Höhe.

Citigroup steigert Gewinn

Auch die Citigroup legte unterdessen am Montag Quartalsergebnisse vor. Einsparungen und niedrigere Steuern verhalfen der Großbank im ersten Quartal zu einem höheren Ergebnis. Die Einnahmen sanken insbesondere wegen eines schwächelnden Aktienhandels um 2 Prozent 18,58 Milliarden Dollar, wie das Institut mitteilte. Der Gewinn kletterte dagegen um 2 Prozent auf 4,71 Milliarden Dollar. Die Steuerquote verringerte sich auf 21 (Vorjahresquartal: 24) Prozent.

cr/rtr

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