Radikalumbau 30.000 Jobs bei Royal Bank of Scotland in Gefahr

Bei der Royal Bank of Scotland droht ein weiterer drastischer Jobabbau. Das Management will das Investmentbanking stark eindampfen, zugleich soll sich die Bank aus vielen Märkten zurückziehen. Bis zu 30.000 Stellen sind gefährdet.
Nichts bleibt, wie es ist: Die RBS will weiter zehntausende Jobs abbauen, dabei hat die Bank seit Ausbruch der Finanzkrise bereits 40.000 Stellen gestrichen

Nichts bleibt, wie es ist: Die RBS will weiter zehntausende Jobs abbauen, dabei hat die Bank seit Ausbruch der Finanzkrise bereits 40.000 Stellen gestrichen

Foto: Getty Images

London - Bei der mit Steuergeld geretteten Royal Bank of Scotland  (RBS) fallen möglicherweise bis zu einem Viertel aller Arbeitsplätze weg. Das Geldhaus werde das Investmentbanking und das internationale Geschäft zurückfahren, schreibt die "Financial Times" in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen.

Hinzu komme der bereits beschlossene Verkauf von Geschäftsbereichen. Damit sinke die Zahl der Stellen um bis zu 30.000. Derzeit zählt das Geldhaus rund 120.000 Beschäftigte.

Eine Sprecherin wollte sich auf Anfrage zu dem Bericht nicht äußern. Eine Sprecherin in Hongkong schrieb in einer Email, bei Vorlage der Jahreszahlen am nächsten Donnerstag (27.2.) werde die RBS eine strategische Überprüfung ankündigen. Details nannte sie nicht.

Der neue RBS-Chef Ross McEwan werde die Pläne zusammen mit den Geschäftszahlen für das vergangene Jahr am kommenden Donnerstag vorstellen, heißt es in dem Bericht der "FT". Dabei dürfte er ankündigen, dass sich die Bank künftig auf die Vergabe von Darlehen an britische Verbraucher und Unternehmen konzentriert.

RBS wurde in der Finanzkrise mit 45 Milliarden Pfund (umgerechnet 55 Milliarden Euro) Staatsgeld vor dem Zusammenbruch bewahrt. Sie steht unter dem Druck von Abgeordneten, das heimische Kreditgeschäft auszubauen. Das Geldhaus hat bereits angekündigt, sich von seinem US-Geschäft Citizens und von 315 Filialen der Sparte Williams & Glynn zu trennen.

Seit der Finanzkrise ist die Bilanzsumme der britischen Bank bereits nahezu halbiert worden, fast 40.000 Stellen wurden abgebaut. Eine dauerhafte Erholung blieb aber aus. Ende Januar warnte das Institut vor weiteren Milliardenrückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzforderungen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr droht damit der höchste Verlust seit 2008.

rei/rtr/dpa
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