Mittwoch, 13. November 2019

Einigung mit US-Justiz 1MDB-Skandal-Investor gibt 700 Millionen Dollar ab

Im Betrugsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1Malaysia Development Berhad (1MDB) hat der Finanzinvestor Low Taek Jho eingewilligt, Besitztümer im Wert von mehr als 700 Millionen US-Dollar (knapp 630 Millionen Euro) aufzugeben.

Der auch als Jho Low bekannte malaysische Geschäftsmann, der für einige Zeit untergetaucht war, habe sich mit den Ermittlungsbehörden in den USA entsprechend verständigt, teilte das US-Justizministerium mit. Bei den Vermögenswerten handele es sich unter anderem um Immobilien im kalifornischen Beverly Hills sowie in New York und London. Low wird vorgeworfen, diese mit veruntreuten Geldern aus dem Staatsfonds erworben zu haben.

Der malaysische Premierminister Mahathir Mohamed kündigte daraufhin an, seine Regierung werde den US-Behörden gegenüber Anspruch auf die Besitztümer erheben. "Wir haben Beweise dafür, dass er (Low) Malaysias Geld für den Kauf der Vermögenswerte verwendet hat", erklärte er am Donnerstag vor Medienvertretern.

Im Frühjahr diesen Jahres versteigerte Malaysia die zu der Zeit bereits verstaatlichte Luxusyacht "Equanimity", die zuvor Low gehört hatte. Das Schiff wurde für 126 Millionen Dollar an den malaysische Casino- und Hotelbetreiber Genting Berhad verkauft, zu dessen Portfolio auch die Lloyd Werft in Bremen gehört. Ursprünglich hatte die "Equanitimity" im Jahr 2014 rund 250 Millionen Dollar gekostet, finanziert mit Hilfe der Deutschen Bank ging sie damals an den Low.

Die Luxusyacht "Equanimity" gehörte dem malaysischen Milliardär Low und wurde in diesem Jahr für 126 Millionen Dollar versteigert

Der Skandal um den 1MDB-Fonds währt inzwischen schon einige Jahre. Der Fonds war ursprünglich 2009 in Malaysia zur Wirtschaftsförderung des Landes eingerichtet worden. Wegen Betrugs- und Geldwäscheverdachts laufen jedoch schon länger weltweite Ermittlungen unter Leitung des US-Justizministeriums. Low war ab 2009 Berater für 1MDB.

Etliche Milliarden Dollar wurden eingesammelt, an denen sich verschiedene Personen weltweit bandenmäßig bereichert haben sollen. Verwickelt ist nicht nur Low, sondern auch Goldman Sachs, die den Fonds mit aufsetzten, sowie der frühere malaysische Ministerpräsident Najib Razak, dessen Regierung schließlich wegen des Skandals zu Fall gebracht wurde. Zudem wurden mehrere Goldman-Sachs-Manager in den USA angeklagt.


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Das US-Justizministerium wertete die Einigung mit Low als Erfolg. "Diese Einigung zwingt Low und seine Familie, Hunderte Millionen Dollar unrechtmäßig erlangter Einkünfte aufzugeben, die für das Wohl der Menschen in Malaysia gedacht waren. Sie signalisiert, dass die Vereinigten Staaten kein sicherer Hafen für Erlöse aus Korruption sind", sagte ein ranghoher Vertreter des Justizministeriums, Brian Benczkowski.

dpa/akn

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