Züge fuhren im Lockdown weiter Bahn macht größten Verlust ihrer Geschichte

Das Virus hat die Deutsche Bahn "in die schlimmste finanzielle Krise seit ihrem Bestehen gestürzt", erklärt Bahnchef Richard Lutz. Das absehbare Minus hatte sein Konzern zuvor für wilde Lobbykunststücke genutzt.
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Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr 2020 vor allem wegen der Coronakrise den größten Verlust ihrer Geschichte eingefahren. Der Verlust nach Steuern betrage 3,7 Milliarden Euro, teilte der Staatskonzern am Donnerstag mit und bestätigte damit vorherige Medienberichte. "Das Virus hat unseren erfolgreichen Wachstumskurs jäh ausgebremst und die Deutsche Bahn in die schlimmste finanzielle Krise seit ihrem Bestehen gestürzt", erklärte Bahnchef Richard Lutz (56). Bereits im regulären Betrieb machte der Konzern in den ersten sechs Monaten des Jahres ein Minus von 1,8 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr erwartet die Bahn nun einen Betriebsverlust von 3,5 Milliarden Euro.

Im ersten Halbjahr erhöhte eine Abschreibung auf den Unternehmenswert der Nahverkehrstochter Arriva von 1,4 Milliarden Euro den Verlust. Eigentlich sollte Arriva vor der Corona-Krise mit einem Milliarden-Erlös verkauft werden. Der Umsatz sackte auf 19,4 Milliarden Euro von 22 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum ab. Die Bahn hatte trotz des Passagier-Einbruchs in der Krise auch auf Wunsch der Bundesregierung bis zu 90 Prozent ihrer Züge weitergefahren. Die Auslastung lag zuletzt immer noch bei etwa der Hälfte der Vor-Corona-Zeit.

luk/Reuters