Führungschaos Autozulieferer Mahle sucht schon wieder neuen Chef

Der Autozulieferer Mahle kommt nicht zur Ruhe. Nach nur drei Monaten im Amt wirft Vorstandschef Matthias Arleth hin. Grund ist der Streit um die richtige Strategie.
Mahle: Der Abschied vom Verbrennungsmotor setzt dem Zulieferer schwer zu

Mahle: Der Abschied vom Verbrennungsmotor setzt dem Zulieferer schwer zu

Foto: Fabian Sommer/ picture alliance/dpa

Der Vorsitzende der Geschäftsführung des Autozulieferers Mahle, Matthias Arleth, verlässt das Unternehmen zum 30. April. Die "einvernehmliche Beendigung der Zusammenarbeit" sei wegen unterschiedlicher Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung des Konzerns erfolgt, teilte Mahle am Freitag mit.

Bis zu einer Entscheidung für einen Nachfolger durch den Aufsichtsrat werde Michael Frick (55), Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung, den Vorsitz der Geschäftsführung übernehmen, hieß es. Arleth war im Januar 2022 zum Technologiekonzern gestoßen.

Der Stuttgarter Konzern steckt in der Krise und kämpft mit dem Umbruch in der Autobranche. Das Unternehmen hatte sein Geld lange überwiegend mit Teilen für den Verbrennungsmotor verdient.

Viele Autobauer setzen aber verstärkt auf E-Mobilität, so dass der Verkauf von Kolben, Pumpen und Filtern längerfristig kein tragfähiges Geschäftsfeld mehr ist.

Hintergrund: Der mächtige Aufsichtsratschef Heinz Junker, der den Autozulieferer zu einem globalen Champion formte, wird nach langen Jahren der fast uneingeschränkten Machtausübung für Mahle nun zu einem Problem . Der Zulieferer, mit 70.000 Beschäftigten und einem Umsatz von knapp zehn Milliarden Euro ein Branchenschwergewicht, hat dem Ingenieur Junker viel zu verdanken; das erkennen auch Kritikerinnen und Kritiker an. Er machte aus einem Lokalchampion ein globales Unternehmen, wechselte nahtlos in den Aufsichtsrat und mischt sich seither gleichermaßen intensiv wie ungebremst ins operative Geschäft ein. Seitdem wechseln sich die Unternehmenschefs in immer kürzeren Abständen ab.

la/dpa