Autozulieferer Mahle mit drittem Verlustjahr in Folge

Der Autozulieferer Mahle verbucht das dritte Jahr in Folge einen dreistelligen Millionenverlust. Zumindest auf einen Nachfolger für den scheidenden Chef Matthias Arleth konnte man sich einigen.
Mahle: Der Abschied vom Verbrennungsmotor setzt dem Zulieferer schwer zu

Mahle: Der Abschied vom Verbrennungsmotor setzt dem Zulieferer schwer zu

Foto: Fabian Sommer/ picture alliance/dpa

Der kriselnde Automobilzulieferer Mahle hat im dritten Jahr in Folge einen Verlust eingefahren. Wie das Unternehmen am Montag in Stuttgart mitteilte, belief sich der Verlust im Jahr 2021 auf 108 Millionen Euro. 2020 hatte der Verlust noch bei 434 Millionen Euro gelegen. Der Umsatz stieg um 11,9 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro.

Das Geschäftsjahr 2021 sei außergewöhnlich herausfordernd und höchst volatil gewesen, sagte Finanzchef Michael Frick, der den Vorsitzenden der Geschäftsführung, Matthias Arleth, ersetzt. Arleth wird das Unternehmen Ende April nach nur vier Monaten im Amt verlassen.

Mahle habe das erste Halbjahr noch mit einem Gewinn abschließen können, sagte Frick weiter. Jedoch hätten im zweiten Halbjahr neue Coronavirus-Varianten, verschärfte Lieferengpässe bei Halbleitern, Lieferkettenprobleme und massive Preissteigerungen das Ergebnis belastet.

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr gab sich Frick zurückhaltend. "Der Krieg in der Ukraine und die verstärkten Lieferkettenprobleme sowie ein massiver Kostendruck werden 2022 große Belastungen für unser Geschäft bringen, die sich aktuell noch nicht abschätzen lassen", so Frick. Der Konzern verzichte deshalb auf eine Prognose.

Probleme mit Wechsel zur E-Mobilität

Der Stuttgarter Konzern steckt in der Krise und kämpft mit dem Umbruch in der Autobranche. Das Unternehmen hatte sein Geld lange überwiegend mit Teilen für den Verbrennungsmotor verdient. Viele Autobauer setzen aber verstärkt auf E-Mobilität, sodass der Verkauf von Kolben, Pumpen und Filtern längerfristig kein tragfähiges Geschäftsfeld mehr ist.

Hintergrund: Der mächtige Aufsichtsratschef Heinz Junker, der den Autozulieferer zu einem globalen Champion formte, wird nach langen Jahren der fast uneingeschränkten Machtausübung für Mahle nun zu einem Problem. Der Zulieferer, mit 70.000 Beschäftigten und einem Umsatz von knapp zehn Milliarden Euro ein Branchenschwergewicht, hat dem Ingenieur Junker viel zu verdanken; das erkennen auch Kritikerinnen und Kritiker an. Er machte aus einem Lokalchampion ein globales Unternehmen, wechselte nahtlos in den Aufsichtsrat und mischt sich seither gleichermaßen intensiv wie ungebremst ins operative Geschäft ein. Seitdem wechseln sich die Unternehmenschefs in immer kürzeren Abständen ab.

la/dpa