Hoher Auftragsbestand Knorr-Bremse fürchtet Russland-Krise nicht

Ungeachtet der Probleme von Lkw- und Zugherstellern in der Corona-Krise laufen die Geschäfte bei Knorr-Bremse gut. Der Konzern verdient in Russland Geld, schätzt die Folgen der Krise aber gering ein. Dank eines dicken Auftragspolsters sollen die Erlöse in 2022 weiter steigen.
Bremsscheibe von Knorr-Bremse: Das Unternehmen profitiert von einem unverändert hohen Auftragsbestand.

Bremsscheibe von Knorr-Bremse: Das Unternehmen profitiert von einem unverändert hohen Auftragsbestand.

Foto: Peter Kneffel/ picture alliance / dpa

Der Umsatz des Unternehmens Knorr-Bremse soll im laufenden Jahr auf 6,8 bis 7,2 Milliarden Euro steigen, teilte der im MDax  notierte Bremssystem-Anbieter am Donnerstag mit. Der Einmarsch russischer Truppen in der Ukraine dürfte nach Einschätzung von Vorstandschef Jan Mrosik (57) keinen nennenswerten negativen Einfluss haben.

In beiden Sparten (Lkw und Züge) erziele man etwa 2 Prozent der Umsätze in Russland, sagte Mrosik. Knorr-Bremse betreibt außerdem ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem russischen Lkw-Hersteller Kamaz, Finanzvorstand Frank Weber (52) bezifferte den in der Konzernbilanz verbuchten Umsatzanteil hieraus auf 40 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 9 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um 13 Prozent auf 920 Millionen Euro zu, der Nettogewinn um über ein Fünftel auf 650 Millionen Euro. Hauptträger des Wachstums war die Lkw-Sparte, deren Auftragsbücher um 29 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro anschwollen. Die Kunden der Zugsparte hingegen waren etwas zurückhaltender, der Auftragseingang zeigte sich hier mit 3,47 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert.

Ergebnis und Ausblick lagen im Großen und Ganzen im Rahmen der Analystenerwartungen. Enttäuschen könnte indes der Rückgang des Zuflusses an Zahlungsmitteln (Free Cashflow).

Knorr-Bremse ist mit gut 30.500 Mitarbeitern sowohl für Lastwagen als auch für Züge einer der größten Zulieferer. Das Unternehmen stellt neben Bremsen auch viele andere Komponenten her und investiert hohe Summen in Forschung und Entwicklung.

hr/dpa-afx