Freitag, 13. Dezember 2019

GM steigt bei Lyft ein Opel-Mutter steigt bei Uber-Konkurrent Lyft groß ein

Wagen von Lyft werden teils mit vielbelächelten pinken Plüsch-Schnauzbärten versehen - GM nimmt das Startup aber dennoch ernst

2. Teil: Partnerschaft sichert klassisches Geschäft ab

Die Ankündigung kam unmittelbar vor dem Start der Technik-Messe CES in Las Vegas, von der nach Medienberichten eine Kooperation bei selbstfahrenden Autos zwischen Google und dem wichtigsten GM-Konkurrenten Ford erwartet wird. Es gibt aber widersprüchliche Angaben darüber, worum genau es dabei gehen soll. Nach einer Darstellung soll Ford die kleinen selbstfahrenden Elektro-Zweisitzer von Google bauen. Nach einer anderen kommt Googles seit Jahren entwickelte Roboterwagen-Technologie in Autos von Ford.

GM sichert mit der neuen Partnerschaft ein Stück weit auch ein klassisches Autogeschäft ab: Der Konzern wird ab sofort zum bevorzugten Lieferanten von Mietwagen für Lyft-Fahrer. Und noch etwas kündigt der Autoriese ganz offen an: GM und Lyft sollen ihren Kunden gemeinsame Mobilitätsangebote machen - um "personalisierte Mobilitäts-Services und -Erfahrungen" zu bieten, wie es so hübsch in der Pressemitteilung heißt. Im Klartext: Der eine wirbt für den anderen, das Umsteigen vom privaten GM-Auto in einen Lyft-Wagen etwa am Stadtrand wird wohl einfacher werden.

Lyft bringt der große Name aus der Automobilindustrie wohl auch voran. Denn bisher stand Lyft stand tief im Schatten von Uber und bekommt mit dem GM-Einstieg auf einen Schlag mehr Gewicht.

Neue Runde im Kampf zwischen Lyft und Uber

Das Start-up, das die Autos seiner Fahrer mit einem vielbelächelten großen pinken Plüsch-Schnauzbart markiert, wurde bei der insgesamt gut eine Milliarde Dollar schweren Finanzierungsrunde mit 5,5 Milliarden Dollar bewertet. Das ist ein weiter Abstand zu der Bewertung von über 62 Milliarden Dollar, zu der Uber zuletzt eine weitere Milliarde an Investoren-Geldern angelockt haben soll.

Die Bewertung bei solchen Finanzierungsrunden wird zwischen Geldgebern und Firma ausgehandelt. Sie zeigt eigentlich nur, welchen Anteil an dem Unternehmen ein Investor für sein Geld bekommt, der Wert bei einem späteren Börsengang kann auch darunter liegen.

Der Kampf darum, wer die führende Plattform für die Mobilität der Zukunft werden soll, wird von Uber und Lyft mit harten Bandagen ausgetragen. Bisher hatte Lyft im Ringen um Größe das Nachsehen. Doch vor einigen Wochen schloss sich Lyft bereits mit den internationalen Uber-Konkurrenten Didi Kuaidi in China und Ola in Indien zu einer Art Anti-Uber-Allianz zusammen. Gerade in Asien tut sich Uber noch schwer, richtig Fuß zu fassen.

Lyfts Deal mit GM macht Uber nun auf einem weiteren Feld Konkurrenz. Denn Uber arbeitet ebenfalls an der Entwicklung selbstfahrender Autos. Dafür warb das Start-up aus San Francisco, das weltweit mit Taxi-Branche und Regulierern aneinandergerät, zahlreiche Forscher von der renommierten US-Universität Carnegie Mellon ab und sicherte sich Teile der Kartensparte von Microsoft.

mit dpa

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