Nobelmarken gewinnen EU-weit Marktanteile Luxus-Automarken stechen Massenhersteller aus

Porsche 911: Der Sportwagen-Hersteller hat in diesem Jahr in Europa rund ein Drittel mehr Autos verkauft

Porsche 911: Der Sportwagen-Hersteller hat in diesem Jahr in Europa rund ein Drittel mehr Autos verkauft

Foto: Porsche

Europas Luxus-Automarken steht in ihrem Heimatkontinent ein starkes Jahr bevor: BMW  , Daimler  , Porsche  und Jaguar Land Rover konnten in diesem Jahr ihre Marktanteile in den EU-Ländern ausbauen. Massenhersteller hingegen verloren leicht. Europas Automarkt teilt sich damit stärker auf - und zwar in höchst profitable Premiumhersteller auf der einen Seite und Massenmarken auf der anderen Seite, bei denen der Wettbewerb EU-weit immer härter wird.

In den Mitgliedsländern der Europäischen Union wurden von Januar bis Oktober 2015 11,5 Millionen Pkw verkauft, wie die Zahlen des europäischen Herstellerverbands ACEA zeigen. Das waren 8,2 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Massenmarken wie Volkswagen  , Skoda, aber auch Peugeot  oder Opel konnten ihre Absatzzahlen zwar steigern, bleiben allerdings unter dem Wachstums-Durchschnitt.

Während viele europäische Massenmarken Marktanteile verlieren, geben deutsche und britische Premium-Autohersteller richtig Gas.

Porsche etwa kam EU-weit in den ersten zehn Monaten auf ein Absatzplus von 30,9 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum. In diesem Jahr haben die Zuffenhausener bereits knapp 56.000 Fahrzeuge in 27 EU-Mitgliedsländern verkauft. Einzig für Malta liegen der ACEA keine Daten vor.

Bei der BMW-Group stieg die Zahl der Verkäufe auf 742.000 Pkw, um 12,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Bayern profitierten dabei vom starken Absatzplus ihrer Konzernmarke Mini, deren Verkäufe in diesem Jahr um 24 Prozent zulegten.

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Daimler  lieferte von Januar bis Oktober rund 669.000 Fahrzeuge an Autokäufer im EU-Raum und damit um 17 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Fast ein Achtel davon entfiel auf die Konzernmarke Smart, die ihre Auslieferungen um satte 81 Prozent steigern konnte.

Audi muss Federn lassen

Auch die britische Konkurrenz von Jaguar Land Rover legte kräftig zu: Sie verkaufte in den ersten zehn Monaten um ein Fünftel mehr Fahrzeuge in der EU als noch im Vorjahr: 142.000 Autos ihrer beiden Marken haben die Briten in diesem Jahr ausgeliefert. Jaguar legte in diesem Jahr sogar um 33 Prozent zu. Land Rover verkauft aber EU-weit fast vier Mal mehr Geländewagen als Jaguar Limousinen.

Nur die VW-Nobelmarke Audi wuchs unterdurchschnittlich: Nach zehn Monaten kommen die Ingolstädter EU-weit auf 633.000 Auslieferungen, um 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Trösten können sie sich immerhin damit, dass ihre Absatzzahlen in der EU knapp vor den deutschen Erzkonkurrenten liegen. Doch Audi hat als einzige Premiummarke leicht Marktanteile eingebüßt. Für Autos mit den vier Ringen entschieden sich von Januar bis Oktober 5,5 Prozent aller Neuwagenkäufer in der EU, in den ersten zehn Monaten 2014 waren es noch 5,6 Prozent.

BMW und Mini zusammen konnten ihren Marktanteil hingegen um 0,2 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent steigern. Mercedes und Smart kommen gemeinsam auf 5,8 Prozent Marktanteil in der EU, um 0,4 Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum. Jaguar Land Rover legte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent Marktanteil zu.

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Foto: Frank Leonhardt/ dpa

Eine Absatzschwäche des Volkswagen-Konzerns wegen des Abgasskandals lässt sich aus den ACEA-Zahlen nicht ableiten. Die Verkäufe der Kernmarke VW legten in diesem Jahr um 6,7 Prozent zu, Skoda kam auf ein Plus von 5,3 Prozent, der Absatz von Seat-Pkws stieg um 4,5 Prozent. Diese Zahlen liegen völlig im Rahmen: Der PSA-Konzern kam mit seinem Marken Peugeot und Citroen zusammen auf ein Absatzwachstum von 4,3 Prozent, die Verkäufe von Renault und Dacia stiegen um 6,8 Prozent. Und Opel konnte EU-weit um 5,4 Prozent mehr Fahrzeuge verkaufen als noch im Vorjahr.

Analysten meinen, dass sich erst in einigen Monaten zeigen wird, wie sich der Skandal um frisierte Abgaswerte auf die Pkw-Verkäufe der Wolfsburger auswirkt. In einigen wichtigen Kernmärkten hat VW aber im Oktober Marktanteile eingebüßt - und gewährt hohe Rabatte, was Experten gegenüber manager-magazin.deals Alarmzeichen werteten.

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