Montag, 18. November 2019

Umbaupläne bei Volkswagen VW will zwölf Marken in vier Holdings gruppieren

Hat seine Pläne zur Neuordnung des Konzerns intern vorgestellt: VW-Vorstandschef Martin Winterkorn

Der Volkswagen-Konzern will sein Zwölf-Marken-Reich in vier Holdings neu ordnen und den einzelnen Gruppen jeweils mehr Autonomie zugestehen. So sollen sie künftig unabhängiger von der Wolfsburger Zentrale entscheiden dürfen, in welchen Ländern sie welche Autos verkaufen.

Diese Pläne hatte Konzernchef Martin Winterkorn laut "Handelsblatt" (Montagausgabe) am vergangenen Freitag dem Präsidium des Aufsichtsrats präsentiert.

Dem Bericht zufolge würden im VW-Vorstand künftig nur noch die Chefs der einzelnen Dachgesellschaften sitzen. Sich überschneidende Bereiche wie zum Beispiel der Vertrieb entfielen dann auf oberster Ebene und würden laut Winterkorn-Plan von den Marken selbst verantwortet und gelenkt. Der Volkswagen-Vorstand würde damit verschlankt, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise weiter.

Neben der bereits geplanten Holding für Lastkraftwagen sollen die Marken VW, Skoda und Seat in einer Gruppe gebündelt werden. Audi werde unverändert für Lamborghini und Ducati zuständig bleiben. Die Nobelmarken Bugatti und Bentley sollen dem Sportwagenbauer Porsche zugeschlagen werden, heißt es in dem Bericht.

Volkswagen diskutiert intern schon länger über einen Umbau des Konzerns. Winterkorn hatte angekündigt, bis Oktober eine neue Struktur präsentieren zu wollen. Jetzt könnte womöglich alles viel schneller gehen.

Der mächtige Betriebsratschef des Gesamtkonzerns, Bernd Osterloh, hatte bereits im Interview mit manager magazin die bisherige Konzernstruktur in Frage gestellt und eine deutlich schlankere Aufstellung des Unternehmens eingefordert.

Osterloh kritisierte auch die Macht der Konzernzentrale: "Hier in Wolfsburg glauben einige, sie wüssten, welche Autos die Brasilianer fahren wollen, welche Autos den Amerikanern und den Indern gefallen", sagte Osterloh und fügte an: "Bei mehr Verantwortung für die Regionen gäbe es vielleicht das Budget Car schon; und zwar nicht nur für China, sondern auch für Brasilien."

Dass der größte Autobauer Europas mit Ambitionen auf die Weltspitze seine Baustellen in den Griff bekommen muss, steht außer Frage. Am dringlichsten ist der Veränderungsbedarf bei der Kernmarke VW, die immer noch für gut die Hälfte des Konzernumsatzes steht. Der VW-Absatz fällt seit Monaten weltweit zurück und leidet unter Renditeproblemen.

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